Oecotrophologie-Studierende der FH analysieren Honig
Honigwein aus dem Campusgarten

Münster -

Gut Ding will Weile haben, weiß der Volksmund. Das gilt auch für Honigwein: Oecotrophologie-Studierende der FH haben in einem Seminar nicht nur den Campusgarten-Honig und weitere Produkte aus dem Handel analysiert, sie haben sich auch an der Herstellung von Met ausprobiert. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellte – aber mit „Schwarmintelligenz“ hat es dann doch geklappt.

Donnerstag, 06.02.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 11:35 Uhr
Oecotrophologie-Studierende der FH analysieren Honig: Honigwein aus dem Campusgarten
Ob sich Rückstände von Ameisensäure im Honig nachweisen lassen, haben diese Oecotrophologie-Studentinnen unter der Anleitung von Prof. Dr. Ursula Bordewick-Dell im Labor untersucht. Foto: FH Münster/Dzemila Muratovic

Solange es richtig kalt ist, schließen sich die Honigbienen im Campusgarten zu einem kugelförmigen Wintersitz, der Wintertraube, zusammen. So schützen sie ihre Königin in der Mitte und sich untereinander vor der Kälte.

Ihre Ernte aus dem Sommer wird nicht weit vom Campusgarten analysiert. Oecotrophologie-Studierende der FH Münster nämlich nutzen das Wintersemester, um mit der Honigernte weiterzuarbeiten. „Studentische Teams haben den Honig analysiert und Produkte entwickelt“, sagt Prof. Dr. Guido Ritter. Seit dem vergangenen Sommersemester bietet der Ernährungswissenschaftler das fortlaufende Seminar „Schwarmintelligenz – Imkern für Studierende“ an. Das Besondere in diesem Semester sei gewesen, dass das Wissen aus verschiedenen Lehrgebieten und Laboren am Fachbereich Oecotrophologie/Facility Management eingeflossen ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Fachhochschule.

„Was wir bei der Produktentwicklung vor allem gelernt haben“, erzählt Philipp Overberg, „ist, dass Met sehr, sehr viel Zeit braucht, und dass es nicht ganz leicht ist, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Süße und Säure zu finden.“ Mit einer Studierendengruppe hat der Lehrbeauftragte verschiedene Honigweine entwickelt, später verkostet und bewertet.

Auch Prof. Dr. Thorsten Sander hat sich mit einem studentischen Team dem Geschmack gewidmet. „Honig ist ein Genussprodukt. Wo Genuss ist, ist auch die sensorische Analyse gefragt“, erzählt der Wirtschaftswissenschaftler, der das Sensoriklabor leitet. Die Studierenden haben Verfahren der sensorischen Produktforschung angewendet und beschrieben, wie der Honig fließt, wie er riecht, wie er aussieht und wonach er schmeckt. Welche Pollen die Bienen eingetragen haben, hat wesentlichen Einfluss auf Geschmack und Aroma des Honigs. Beim Campusgarten-Honig haben die Studierenden vor allem Pollen von Lindenblüten entdeckt.

Im Sommersemester geht das aus Mitteln des Wandelfonds finanzierte Seminar, ein Zusatzangebot im Studium generale, weiter. Dann tragen die Bienen wieder Nektar ein, und eine neue Gruppe von Studierenden lernt die Grundlagen des Imkerns.

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