Vierte „FuckUp Night“ im Schloss
Die Angst vorm Scheitern nehmen

Münster -

Ein Unternehmen zu gründen, ist nicht immer einfach und bringt auch unvorhersehbare Probleme mit sich. Was Unternehmer aus solchen „FuckUps“ lernen können, erzählten am Mittwochabend drei Gründer aus eigener Erfahrung vor einem knapp 400 Menschen großen Publikum im Schloss in Münster.

Freitag, 07.02.2020, 12:23 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 22:26 Uhr
Drei Gründer erzählten von Hindernissen auf dem Weg zum Erfolg (v.l.n.r.): Simone Kriebs (Therapeutin, Autorin), Simon Janssen (digitalHub Münsterland), Jannik Weichert (edyoucated), Marius Gerwinn (fileee GmbH) und Yves Wieloch (FuckUp Nights Münster).
Drei Gründer erzählten von Hindernissen auf dem Weg zum Erfolg (v.l.n.r.): Simone Kriebs (Therapeutin, Autorin), Simon Janssen (digitalHub Münsterland), Jannik Weichert (edyoucated), Marius Gerwinn (fileee GmbH) und Yves Wieloch (FuckUp Nights Münster). Foto: Langhans

„Wenn ihr heute Abend nach Hause geht, werdet ihr deutlich besser scheitern können!“, hieß ganz zu Anfang die Versprechung des Moderator-Teams der „FuckUp Nights“ Yves Wieloch (Venture Club Münster) und Simon Janssen (digitalHub Münsterland). Zum vierten Mal waren knapp 400 Interessierte zur „FuckUp Night“ im Schloss gekommen. In diesem Jahr noch rund hundert Besucher mehr als im letzten Jahr.

Drei Gründer wurden vom Veranstaltungsteam eingeladen, um zukünftigen Unternehmern, aber auch erfahrenen Unternehmern die Angst vorm Scheitern zu nehmen und auf die eigene Vision zu vertrauen. „Wir wollen nicht nur bei den jungen Studenten das Tabuthema Scheitern auflockern, sondern auch bei etablierten Unternehmern“, erklärte Niko Ritter vom Existenzgründungsbüro Münster und Team „FuckUp Nights Münster“.

Die Vortragenden Simone Kriebs, Therapeutin und Autorin, Marius Gerwinn, Gründer und Geschäftsführer der „fileee GmbH“ und Jannik Weichert, Co-Gründer und Geschäftsführer von „edyoucated“, erzählten von persönlichen Erfahrungen ihres Unternehmerdaseins. Nicht von den Positivbeispielen, sondern den Momenten des Scheiterns. Die Sprache war von leeren Konten, fehlenden Investoren, den falschen Mitarbeitern und plötzlichen Krankheitsfällen. Bei allen drei Kurzvorträgen schien besonders ein Hinweis durch: Trotz Begeisterung und Motivation sollte der Businessplan in der Gründungsanfangsphase nicht vernachlässigt werden. Dass ein gut gedachtes „Einfach mal drauf los“ auch schnell in die Hose gehen kann, davon konnten alle drei Gründer ein Lied singen.

Klingt auf den ersten Blick abschreckend, für Simone Kriebs, Marius Gerwinn und Jannik Weichert waren das aber hilfreiche Erfahrungen, die sie selbst und ihr Unternehmen vorangebracht haben.

Ihre Dankbarkeit für Momente des Scheiterns drückte Simone Kriebs mit dem Gedicht „FuckUp, I love it!“ aus. Sie möchte „FuckUps“ nicht missen. Sie haben ihr geholfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ihr Unternehmen besser zu strukturieren. Auch Jannik Weichert unterhielt das Publikum mit seinen Misserfolgen. Aus Angst, mit der eigenen Idee zu scheitern oder dass diese sogar von einem Konkurrenten aufgegriffen werde, präsentierten er und sein Kommilitone damals eine andere, aber ähnliche Businessidee auf einem Gründerwettbewerb. Marius Gerwinns Tipp Nummer Eins, hieß: „Einfach einen kühlen Kopf bewahren!“

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