Bischof empfängt Prinzengarde
Kirche und Karneval haben einiges gemeinsam

Münster -

Bischof Felix Genn hat am Samstag die münsterische Prinzengarde empfangen. Prinz Thorsten Brendel wertete das Treffen der Karnevalisten mit dem Kirchenmann „als Highlight der Session“.

Samstag, 08.02.2020, 16:20 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 16:27 Uhr
Bischof empfängt Prinzengarde: Kirche und Karneval haben einiges gemeinsam
Foto: Helmut Etzkorn

„Wenn in Köln ein Kardinal für einen erkrankten Prinzen einspringt, ist das wohl Beweis genug dafür, dass Kirche und Karneval eng miteinander verbunden sind. Hier in Münster ist die Begegnung schon längst Tradition.“ Generalprinzmarschall Paul Middendorf lobte beim Bischofsempfang für die prinzliche Garde am Samstagmorgen im Palais am Domplatz den hohen Stellenwert und die vielen Gemeinsamkeiten, die Gläubige und Narren verbinden. „In der Kirche und im Karneval treffen sich Menschen, um sich austauschen und zu begegnen, besonders wir als Prinzengarde fühlen uns über die enge Verbundenheit und die gemeinsame Messe mit allen Karnevalisten am Sonntag im Dom“, so Middendorf. In der närrischen Jahreszeit hätten Trübsal und Missmut Auftrittsverbot.

Und Bischof Felix Genn, der seit 2010 die närrische Abordnung gemeinsam mit der Karnevalistischen Stadtwache empfängt, erinnerte sich an einen Spruch aus der Amtszeit Middendorfs als Prinz Karneval: „Lieber analog miteinander als digital nebeneinander. Das gilt für Kirche und Karneval.“ In einer schwierigen Zeit sei es wichtig, persönliche Begegnungen zu ermöglichen. Besonders lobte Genn den erstmals von den Schlossgeistern veranstalteten Karneval für obdachlose Menschen. „Ihr Karnevalsfreunde tut viel für Menschen in Not, euer Engagement ist vorbildlich“, so der Oberhirte im Bistum. Ein besonderes Dankeschön galt schließlich der scheidenden Hofdame der Jugendprinzengarde, Dagmar Dietrich. In all den Jahren habe sie mit der Jugend die passenden Worte für den Empfang gewählt und damit ihre Verbundenheit zum Ausdruck gebracht.

Prinz Thorsten Brendel, der Genn bereits vor einigen Jahren bei der Verleihung des Ordens „Freud- und Friedensritter“ bei seiner KG Schlossgeister an den Bischof kennengelernt hat, wertete den Empfang und die Messe „nicht als Pflichttermin, sondern als Highlight der Session“. Brendel: „Manchmal werden wir Narren zwar skeptisch beäugt, aber viele von uns sind auch sozial stark in unserer Heimatstadt engagiert. Hoffentlich bleibt das noch lange so.“ Und Genn freute sich schon auf die kommende Session: „Ich habe mir den Termin für 2021 schon fest in meinen Kalender geschrieben. Dann ist die Narrenzeit noch viel kürzer, aber kommt bitte nicht vor Weihnachten.“

Respekt von den jungen Karnevalisten

Für das Jugendprinzenpaar Lara und Jost, närrisch unterwegs mit dem Motto „Karneval - die Brücke, die uns alle verbindet“, ist auch Genn ein Brückenbauer: „Einerseits will der Bischof die Menschen zusammenbringen, anderseits möchte er den Menschen den Glauben näher bringen und somit eine Verbindung zu Gott aufzeigen.“ Und weil Bischof Genn „die Jugendlichen ermuntert, sich aktiv für die Schöpfung einzusetzen“ (Prinzessin Lara), gab es viel Respekt von den jungen Karnevalisten für den Kirchenmann. Der gemeinsame Apell des Paares: „Wir hoffen, auch im Gottesdienst diese Ermutigung zu erfahren. Und bitten den Bischof, dass Gottes Segen die karnevalistischen Feiertage mit Freude, Friede und großer Aufgeschlossenheit den Mitmenschen gegenüber begleiten möge.“

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