Dominic Miller im Hot Jazz Club
„Musik ist Spiritualität“

Münster -

Dominic Miller und seine Begleiter im Hot Jazz Club. Das war eine spirituelle Reise.

Sonntag, 09.02.2020, 16:24 Uhr
Dominic Miller und seine Mitstreiter bei ihrem Auftritt im münsterschen Hot Jazz Club.
Dominic Miller und seine Mitstreiter bei ihrem Auftritt im münsterschen Hot Jazz Club. Foto: Cutulli

Sein neues Album heißt „Absinthe“: Damit bezieht er sich auf die Verwirrtheit, die psychedelische und provokative Kunst der 70-Jahre. Mit diesem Album möchte er jedoch seinen Fans die Chance geben, sich aus der musikalischen Komfortzone herauszubewegen, und lädt sie gleichzeitig ein, sich auf eine bewegende Reise zu begeben. Auch eine spirituelle Reise; denn „Musik ist Spiritualität“, sagt Dominic Miller.

Auf der kleinen Bühne im Hot Jazz Club unterhält er sich mit dem Publikum und mit seinen Band-Kollegen, als befinde er sich im eigenen gemütlichen Wohnzimmer. Er spricht eine Dame an, die an einem Tisch neben der Bühne ihren Nachtisch gegessen hat. Miller bewunderte die Größe der Portion, verrät, dass er Panna Cotta eben falls sehr gerne isst, und fragt seine Band-Kollegen, ob sie auch schon mal diesen Nachtisch probiert haben. Lachen verbreitet sich im Saal.

Das Publikum ist von der Musik und den Gags auf der Bühne gefesselt und fühlt sich wohl, obwohl der Platz begrenzt ist. Einige sitzen auf der Bühne oder auf dem Verstärker, aber das stört weder Dominic Miller noch Mike Lindup, den Gründer der Band Level 42, der neben dem besagten Verstärker abwechselnd Klavier, Keyboard und Synthesizer spielt und als fantastische und vielseitige Stimme glänzt.

Zusammen mit dem versierten Percussionist Rhani Krija aus Marokko, der sein Talent unter anderem Sting, Manu Katché, Branford Marsalis und Xavier Naidoo zur Verfügung stellt, dem argentinischen jungen Bandoneonspieler Santiago Arias, dem außer großem Talent auch eine gute Bühnenpräsenz zuzuschreiben ist, und dem akkuraten belgischen Bassisten Nicolas Fiszman stellt Dominic Miller ein zum Ort des Geschehens passendes und unterhaltsames Programm zusammen, eine Reise durch die Kompositionen. Aber es ist auch Raum für Lieder aus den Alben „First Touch“, „Silent Light“ und der neuen Produktion „Absinthe“.

Die Erinnerung an seinen kürzlich verstorbenen Vater wird durch eine delikate Einstimmung auf „Tears in Heaven“ von Eric Clapton geweckt. Dominic Miller sagt kein Wort dazu, aber wer ihn kennt, weiß, dass er auf dieser Art seines Vaters gedenken will. Ein hochemotionaler und intimer Moment an diesem Abend.

Seine Kompositionen „St. Agnes and the Burning Train“, sowie „Shape of My Heart“ treffen auf ein aufmerksames Publikum, das zum Ende des Abends „Fragile“ mitsingt.

Die Atmosphäre im Hot Jazz Club wirkte wieder sehr einladend. Das ist einer der Gründe, die das Dominic- Miller-Quintet immer wieder nach Münster treiben.

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