Kinderhospiz „Königskinder“ stellt sich in der Stadtbücherei vor
Wenn Krankheit das Leben bestimmt

Münster -

Am Montag ist der Tag der Kinderhospize. Aus diesem Anlass startete der Verein „Königskinder“ am Wochenende eine Info-Offensive.

Sonntag, 09.02.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 21:01 Uhr
Im Foyer der Bücherei informierten die „Königskinder“ (hier Jutta Meibeck) und nahmen dabei auch Spenden entgegen.
Im Foyer der Bücherei informierten die „Königskinder“ (hier Jutta Meibeck) und nahmen dabei auch Spenden entgegen. Foto: klm

Ein Arzt stellt die Diagnose, dass es dem Kind zwischenzeitlich womöglich wieder besser geht, seine Krankheit aber lebensverkürzend sein wird. Das ist die Perspektive, mit der das Kind, die Eltern und Geschwister leben müssen.

Am Tag der Kinderhospizarbeit am heutigen Montag will der Bundesverband Kinderhospiz bekannter machen, was eine lebensverkürzende und damit tödliche Erkrankung für Familien bedeutet und welche Hilfen es gibt, wenn das eigene Kind irgendwann betroffen sein würde. Der örtliche Verein „Königskinder – ambulanter Hospizdienst für Kinder und Jugendliche“ informierte bereits am Samstag in der Stadtbücherei und mit einem Stand in den Arkaden über seine Arbeit.

„Wir betreuen zurzeit etwas mehr als 50 Familien in Münster und darüber hinaus in einem Umkreis von 50 Kilometern“, erklärte Stella Borgmeier im Foyer der Bücherei. Sie ist eine der vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen – ein wichtiger Teil der Familienarbeit, die ab der Diagnose möglich ist, wird zudem von rund 70 Ehrenamtlichen geleistet.

Ambulante Hospizarbeit bedeutet unter anderem, dass ausgebildete Familienbegleiter die Familien entlasten – indem sie Zeit mit dem erkrankten Kind verbringen oder mit den Geschwistern. „Die kommen während der Krankheitsphase häufig zu kurz, weil sich innerhalb der Familie verständlicherweise fast alles um das kranke Kind dreht“, sagte Jutta Meibeck, Ehrenamtliche. Organisiert werden auch Mütter- oder Väter-Treffen für den Austausch etwa zu Frühstück, Kochen oder für Unternehmungen. Ähnlich funktioniert die Geschwistergruppe. „Hat ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener eine lebensverkürzende Diagnose, kann das für die Familien in ein Gefühl von Isolation führen“, so Yvonne Storcks, ebenfalls Hauptamtliche.

Ambulanter Hospizdienst bedeute ferner, das kranke Kind gegebenenfalls im Krankenhaus zu besuchen beziehungsweise Transportfahrten dorthin oder zum Arzt zu übernehmen. Die „Königskinder“ boten in der Bücherei Unterhaltung für Besucher, die mit ihren Kindern zum Stand kamen: einen Maltisch und Luftballons zum Mitnehmen; in der Kinderabteilung im Untergeschoss unterhielt Clown „Püppi“ (Thomas Sieniawski). Die angekündigten Lesungen von Andreas Hüging indes fielen wegen Erkrankung des Autors aus.

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