Führungswechsel bei Wach- und Schließgesellschaft
Mehr Alarmschaltungen für Privatleute

Münster -

Nach gut 50 Jahren hat Ferdinand Schwarze die Geschäftsführung in der Wach- und Schließgesellschaft abgegeben. Im Wandel ist auch die Branche. Angesichts intelligenter Haussteuerungssysteme wie „Smart Homes“ werden Alarmaufschaltungen auch für Privatleute interessant.

Donnerstag, 13.02.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 21:00 Uhr
Nach gut 50 Jahren hat sich Ferdinand Schwarze (Mitte) aus der Geschäftsführung der Wach- und Schließgesellschaft verabschiedet. Die Leitung des Familienunternehmens haben Anna Schwarze und Dr. Kai Unselt.
Nach gut 50 Jahren hat sich Ferdinand Schwarze (Mitte) aus der Geschäftsführung der Wach- und Schließgesellschaft verabschiedet. Die Leitung des Familienunternehmens haben Anna Schwarze und Dr. Kai Unselt. Foto: hö

In gut 50 Jahren als Geschäftsführer der Wach- und Schließgesellschaft hat Ferdinand Schwarze viele spannende Geschichten erlebt. Nach einem halben Jahrhundert in einer der ältesten Wach- und Schließgesellschaften Deutschlands hat er die Führung des Familienunternehmens sukzessive in jüngere Hände gegeben – an seine Nichte Anna Schwarze und Dr. Kai Unselt, bereits seit 2017 Geschäftsführer in dem rund 300 Mitarbeiter zählenden Unternehmen, das 1905 gegründet wurde.

Die Objektbewachung vor allem für Firmen, Alarmaufschaltungen und Schließdienste sind nach wie vor die Hauptdienstleistungen. Angesichts von intelligenten Haussteuerungssystemen, Stichwort Smarthome, werden „zunehmend auch für viele Privathaushalte Alarmaufschaltungen interessant“, erklärt Unselt.

 Datenschutz ist oberstes Gebot

Von digitaler Technik war das Wach- und Schließgewerbe vor 50 Jahren indes weit entfernt. Als bei einem Geschäftshaus an der Salzstraße Scheiben eingeschlagen wurden, „habe ich die ganze Nacht im Laden gesessen, um die Immobilie vor Langfingern zu sichern“, erzählt Ferdinand Schwarze. Und wenn beim Objektschutz oder für abendliche Schließdienste kurzfristig Mitarbeiter ausfielen, setzte sich Schwarze selbst hinters Steuer. „Ich bin 50 000 Kilometer im Jahr gefahren, um Ersatzkräfte zu bekommen“, blickt der Seniorchef zurück, der auch heute noch trotz der Abgabe der Geschäftsführung fast täglich ins Unternehmen kommt.

„Die Wach- und Schließgesellschaft ist mein Leben“, gesteht Schwarze, der mit zig Unternehmen in Münster und dem Münsterland eng zusammengearbeitet hat. Diskretion und Datenschutz ist in dem Gewerbe oberstes Gebot, weshalb Fremden auch nicht der Zutritt zur Notruf- und Servicestelle gewährt wird, in der sämtliche Alarmaufschaltungen und Videoüberwachungen eingehen und die Schränke stehen, in denen die Schlüssel der Kunden sicher aufbewahrt werden.

Einsatzspektrum erweitert

Als in der vergangenen Woche bei einem Kunden eingebrochen wurde, so Schwarze, „war unser Mitarbeiter wenige Minuten nach Eingang des Alarms zeitgleich mit der Polizei vor Ort“. Die Interventionskräfte, wie Schwarze sie nennt, arbeiten in solchen Fällen eng mit der Polizei zusammen, die sich nicht nur auf deren Schlüsselgewalt, sondern auch auf deren Objektkenntnis stützt. Schwarze: „Unsere Mitarbeiter sind bei solchen Einsätzen der Guide im Gebäude, kennen Hintereingänge ebenso wie den Ort des Safes.“

Die Wach- und Schließgesellschaft hat mit den Jahren ihr Einsatzspektrum stetig erweitert, erklärt Anna Schwarze. Im Rahmen der Mitarbeiterüberlassung „werden Empfangs- und Pförtnerdienste ebenso übernommen wie Bettenwechsel oder Klausuraufsichten in Bildungsstätten“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7258387?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker