Rat fällt Grundsatzbeschluss
S-Bahn soll kommen – aber wann?

Münster -

Die Münsterland-S-Bahn ist inzwischen ein geflügeltes Wort – und beschlossen wurde sie vom Rat der Stadt Münster auch. Aber eine Frage bleibt: Wird sie Wirklichkeit? Und wenn ja – wann?

Donnerstag, 13.02.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 20:09 Uhr
Die Stadt Münster möchte, dass Weichen der Bahn in Richtung Zukunft gestellt werden. Doch einfach wird es nicht.
Die Stadt Münster möchte, dass Weichen der Bahn in Richtung Zukunft gestellt werden. Doch einfach wird es nicht. Foto: Boris Roessler/dpa

Einstimmig fiel am Mittwochabend im Rat das „Ja“ zum „Projekt S-Bahn-Münsterland“ aus. Doch ob dieser Beschluss in absehbarer Zeit eine Wirkung zeigt oder ob er eher symbolischer Natur bleibt, darüber gingen die Meinungen weit auseinander.

Konkret geht es in dem Beschluss darum, dass auf den acht bestehenden Zuglinien von und nach Münster eine engere Taktung der Regionalzüge angestrebt wird. Darüber hinaus sollen im Stadtgebiet möglichst viele neue Bahnhaltepunkte entstehen. Auch die neue Bahnlinie Münster-Sendenhorst ist Teil des Konzeptes.

Lewe will Projekt vorantreiben

Oberbürgermeister Markus Lewe plädierte leidenschaftlich dafür, dieses „nicht kleine Projekt“ zu pushen und gemeinsam mit den Umlandgemeinde voranzutreiben. Aktuell sei der Bund nämlich bereit, größere Summen für entsprechende Projekte zur Verfügung zustellen. Wer jetzt nicht zugreife, habe später das Nachsehen.

Zugleich sprach Lewe aber auch ein Problem an, dass unter Umständen die Nahverkehrspläne der Stadt konterkarieren könnte. Gemeint ist die zunehmende Dominanz des Fernverkehrs auf Gleisen, die zugleich vom Nahverkehr genutzt werden. In Münster wären vorzugsweise die Strecken nach Osnabrück, Essen und Hamm betroffen.

Kein Termin festgelegt

Erst jüngst waren zahlreiche Stopps von Nahverkehrszügen in Albachten gestrichen worden, um mehr Fernverkehrszüge auf die Strecke schicken zu können. Lewe nannte das ein „Ärgernis“, das bundesweit festzustellen sei und gegen das die Kommunen angehen müssten.

Bürgermeister Gerhard Joksch (Grüne) sprach von einem „großen Wurf“, auch der GAL-Fraktionschef Otto Reiners begrüßte das Konzept der Münsterland-S-Bahn, merkte zugleich aber kritisch an, dass an keiner Stelle in dem Ratsbeschluss eine Terminangabe zu finden sei. „Was passiert wann, das bleibt unklar.“

Skepsis bei der ÖDP

Noch skeptischer reagierte der ÖDP-Ratsherr Franz Pohlmann auf das – aus seiner Sicht – prinzipiell richtige Konzept. Doch sein Stoßseufzer war unüberhörbar: „Zu meinen Lebzeiten wird es das nicht mehr geben.“

Genau diese Äußerung wiederum rief den CDU-Ratsherrn Heinz-Georg Buddenbäumer auf den Plan: „Warum können wir das nicht mal positiv sehen?“

Sehr positiv wurde registriert, dass Münster und die Münsterland-Kommunen bei diesem Nahverkehrskonzept an einem Strang ziehen wollen. Das war nicht immer so. Als vor rund 20 Jahre bereits einmal über einen Zugverkehr zwischen Münster und Sendhorst diskutiert wurde, gab es ein klares Nein vom Kreis Warendorf.

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