Vereinigte Volksbank Münster
Niedrigzinsen im Nacken, Fusion auf den Fahnen

Münster -

Noch in diesem Jahr möchte die Vereinigte Volksbank Münster mit der Volksbank Greven und der VR-Bank Kreis Steinfurt fusionieren. Vorstandssprecher Gerhard Bröcker führt als Begründung eine bundesweite Entwicklung an – und eine Lehre, die ihm einst sein Vater mit auf den Weg gab.

Samstag, 15.02.2020, 08:00 Uhr
Der Vorstand der Vereinigten Volksbank Münster – (v.l.): Gerhard Bröcker, Thomas Jakoby und Friedhelm Beuse – zog eine Bilanz des abgelaufenen Jahrs 2019.
Der Vorstand der Vereinigten Volksbank Münster – (v.l.): Gerhard Bröcker, Thomas Jakoby und Friedhelm Beuse – zog eine Bilanz des abgelaufenen Jahrs 2019. Foto: Oliver Werner

Ein zufriedenstellendes Ergebnis, wachsende, aber nicht neue Zinsprobleme sowie hohe Ziele: Die Vereinigte Volksbank Münster hat am Freitag beim Bilanzpressegespräch ein Resümee unter das Geschäftsjahr 2019 gezogen. An die Mitglieder der Genossenschaft wird, wie bereits in den Vorjahren, eine Dividende von vier Prozent ausgeschüttet. Neben den Geschäftszahlen und anhaltender Niedrigzinsen stand auch die näher­rückende Fusion mit der Volksbank Greven sowie der VR-Bank Kreis Steinfurt im Fokus.

„Mein alter Herr hat immer gesagt: ,Junge, du musst zusehen, dass du unabhängig bist’. Das hat sich in der Vergangenheit stets bewahrheitet“, übertrug Vorstandssprecher Gerhard Bröcker familiäre Lehre auf die anstehende Fusion, die, gesetzt den Fall, die Vertreterversammlung stimmt zu, bis zum 1. Juli – und zwar rückwirkend zum 1. Januar – vollendet sein soll.

Bröcker unterstrich den Trend zum Wachstum neben vielen Geschäftszahlen auch mit einem kurzen bankengeschichtlichen Abriss. Habe es zur Hochzeit über 7000 Banken in Deutschland gegeben, gehe so mancher Experte Stand heute davon aus, dass es 2030 nur noch 150 bis 300 Banken geben werde. Diesen Trend will man in Münster nicht verschlafen. Vielmehr wolle man die Bank im Münsterland werden – mit Betonung auf „die“, wie Bröcker klarstellte.

Da eine Fusion nicht zuletzt mehr Vorstände mit sich bringt, hat man sich innerhalb der drei noch eigenständigen Häuser auf folgendes Vorgehen geeinigt: Fünf Zentralvorstände soll es für die fusionierte Bank geben. Hinzu kommen zunächst drei untergeordnete Regionalvorstände, die den einzelnen Bereichen Süd (Münster, Telgte und Ostbevern), Mitte (Greven) und Nord (Kreis Steinfurt) vorstehen. Da neben Bröcker, der bereits im kommenden Jahr in den Ruhestand geht, bis 2025 zwei weitere Vorstände aus ihrem Amt scheiden, werden die drei Regionalvorstände bis dahin in den Zentralvorstand aufgerückt sein.

Für die Vereinigte Volksbank Münster bleiben die Niedrigzinsen derweil die größte Herausforderung. Das sich daran kurzfristig etwas ändern könnte, diese Hoffnung hat Bröcker offenbar nicht: „Europa hat über Jahre über seine Verhältnisse gelebt.“ Die wegfallenden Zinsen seien gegenüber der Bevölkerung nun offenbar die sanfteste Art damit umzugehen. Allein 400 Milliarden Zinsersparnis hätten sie für die Bundesrepublik bereits bedeutet, so Vorstand Thomas Jakoby.

Zahlen

Die Bilanzsumme der Vereinigten Volksbank Münster betrug für das Jahr 2019 2,7 Milliarden Euro, was gleichzeitig ein Plus von 8,1 Prozent bedeutet. Das Kundengeschäftsvolumen stieg um 8,5 Prozent auf 6,2 Milliarden. Das Kundenkreditgeschäft sei vor allem aufgrund der Zuwächse im Mittelstands- und Immobilienfinanzierungsgeschäft um 5,6 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro gestiegen, so der Bankvorstand. Ausgebaut wurde auch das Baufinanzierungsgeschäft mit Privatkunden. 1556 Finanzierungen mit einem Volumen von 280 Millionen Euro stehen dort zu Buche (+3,2 Prozent). Insgesamt ergibt sich daraus ein positives Betriebsergebnis von 23,1 Millionen Euro für die Bank.

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