Ex-SPD-Mann Thoden geht ins Rennen
Linke nominiertOB-Kandidaten

Münster -

Autofreie Innenstadt und bezahlbarer Wohnraum: Das sind zwei zentrale Themen, mit denen die Linken in Münster in die Wahlkampf für die Kommunalwahl ziehen wollen. Jetzt wurden auch die wichtigen Personalien geklärt.

Sonntag, 16.02.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 16.02.2020, 22:08 Uhr
Die Linke stellte ihre Ratsliste auf. Die ersten Plätze belegen (vordere Reihe, v.l.) : Katharina Geuking, Ulrich Thoden, Ortrud Philipp, Heiko Wischnewski und
Die Linke stellte ihre Ratsliste auf. Die ersten Plätze belegen (vordere Reihe, v.l.) : Katharina Geuking, Ulrich Thoden, Ortrud Philipp, Heiko Wischnewski und Foto: pal

Die Frage des sozialen Wohnungsbaues, eine autofreie Innenstadt mit kostenlosen Bustickets und eine klare Kante gegen rechte Politik, völkisch-nationales Gedankengut und die AfD im Rat der Stadt: Bei der Ortspartei der Linken sind seit vergangenem Samstag nicht nur die Themen deutlich abgesteckt, auch die Personalien sind geklärt. Erstmals seit der Gründung 2007 stellt die Partei mit Ulrich Thoden einen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Münster. Thoden blickt auf eine eine wechselhafte politische Vergangenheit zurück: Er war ehemals SPD-Parteivize in Münster, unterlag 2016 im Rennen um die Kandidatur für den Bundestag Robert von Olberg und gehörte in früherer Zeit lange der FDP an.

Auch die Liste für den Rat ist aufgestellt. Während des Wahlausschusses herrschte vor allem eines: Einigkeit. Einigkeit darüber, dass es doch endlich an der Zeit für einen Politikwechsel sei. Ortrud Philipp, auf Listenplatz eins gewählt, sagte: „Die Zeit des lustigen Farbenwechselns im Rat ist vorbei, uns geht es darum, die Themen anzupacken und Grundlegendes zu verändern.“

Für OB-Kandidat Thoden steht vor allem die Frage nach bezahlbarem Wohnraum im Vordergrund: „Der Markt hat versagt, wir brauchen weitere Wohnprojekte und keine schicken Luxusvillen, die unsere Oberschicht stärken und die Spaltung zwischen Arm und Reich weiter vorantreiben.“ In die gleiche Kerbe trifft Philips: „Wir brauchen nicht mehr Betongold in unserer Stadt.“ Der ökologische Umbau der Stadt auf „100 Prozent erneuerbarer Energien“ und eine „autofreie Innenstadt mit kostenlosem ÖPNV“ sind weitere Topthemen des Berufsschullehrers Thoden aus Rheine. Der 46-jährige zitierte zu Beginn Wladimir Lenin: „Man kann die Philosophie nicht mit ich anfangen.“ Ein klares „wir“ steht für den Herausforderer von unter anderem Markus Lewe im Vordergrund der Arbeit. Politisch aktiv ist Thoden im Ausschuss für Schule und Weiterbildung sowie Kinder, Jugendliche und Familie: „Auch in der Bildung müssen wir Gleichberechtigung herstellen und für bessere Ausrüstung für die Schulen sorgen.“

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