Nabu-Tagung beleuchtet Insektensterben
Vielfältige Wälder für die Insektenvielfalt

Münster -

Die Anzahl der im Wald lebenden Insekten hat sich drastisch reduziert – auch im Münsterland. Auf der NABU-Tagung in Münster wurde diskutiert, was nun getan werden muss.

Montag, 17.02.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 14:01 Uhr
Dr. Tillmann Buttschardt präsentierte eine neue Wildpflanzenmischung.
Dr. Tillmann Buttschardt präsentierte eine neue Wildpflanzenmischung. Foto: Friederike Huff

Die Insekten in den heimischen Wäldern sind in Not – darüber herrschte Einigkeit bei der dritten Nabu-Tagung zum Thema Insektensterben in Münster. Etwa 140 Umweltschützer, Wissenschaftler, Studierende, aber auch Waldbesitzer, haben am Samstag über Ursachen und Maßnahmen zum Thema Insektensterben diskutiert.

In diesem Jahr stand der Insektenrückgang im Wald im Fokus der Tagung, die von dem Naturschutzbund (Nabu) NRW in Kooperation mit dem Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster veranstaltet wurde. Anlass für den Schwerpunkt Wald ist eine kürzlich veröffentliche Studie der TU München, nach der die Anzahl der dort lebenden Insekten zwischen 2008 und 2016 um 41 Prozent zurückgegangen sei, die Artenvielfalt habe sich um 36 Prozent verringert.

Am Vormittag stellten Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse vor, am Nachmittag wurden Maßnahmen zur Begrenzung des Insektensterbens diskutiert. Wichtig für den Schutz der Insekten sei eine große Vielfalt von Baumsorten in heimischen Wäldern. „Auch im Münsterland ist die Situation dramatisch“, meint Dr. Britta Linnemann von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland zum Insektenbestand. Da die Wälder im Münsterland eher eine geringe Fläche hätten, sei der Einfluss von landwirtschaftlichen Nutzflächen auf den Wald besonders groß.

An dieser Stelle setzt der münsterische Ökologieprofessor Dr. Tilmann Buttschardt mit dem Projekt „Grünschatz“ an. Gemeinsam mit Landwirten aus dem Münsterland entwickelte er mit seinem Team eine Saatmischung für Wildpflanzen, die statt Mais für Biogasanlagen verwendet werden soll. Die Wildpflanzenfläche biete einen besseren Lebensraum für Insekten und könne so dem Insektensterben entgegenwirken, erklärt Buttschardt. „Wir sind der Meinung, dass Insektenschutz auch auf dem Acker funktionieren muss, nicht nur in Naturschutzgebieten“.

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