Sturm „Victoria“
Umgestürzte Bäume bereiteten der Bahn Probleme

Münster/Rheine -

Das Sturmtief „Victoria“ hat am Sonntag im Münsterland für einige, wenn auch eher geringere Schäden gesorgt. Auf einigen Bahnstrecken bereiteten umgestürzte Bäume Probleme.

Montag, 17.02.2020, 09:50 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 11:46 Uhr
Sturm „Victoria“: Umgestürzte Bäume bereiteten der Bahn Probleme
Fahrtende für einen Intercity bei Rheine: Der Zug musste halten und wurde geräumt, nachdem umgestürzte Bäume die Bahngleise auf der Strecke zwischen Rheine und Salzbergen blockiert hatten. Foto: dpa

Eine Woche nach „Sabine“ ist am Sonntag mit „Victoria“ gleich das nächste Sturmtief über Deutschland hinweggefegt. In Münster richtete der Sturm geringe Schäden an. Im Laufe des Abends gab es für die Feuerwehr mehr als 30 Einsätze, wie ein Sprecher mitteilte.

In Roxel musste ein umgestürzter Baum von den Gleisen geholt werden. Zuvor war ein Zug in den auf den Gleisen liegenden Baum gefahren. „Der Zug wurde nur leicht beschädigt“, erläuterte der Sprecher der Feuerwehr. Personen wurden nicht verletzt. Die Bahnstrecke der Linie RB 63 zwischen Münster und Coesfeld war für einige Zeit gesperrt.

Zug evakuiert

Zuvor mussten am Sonntagnachmittag bereits etwa 200 Reisende bei Rheine wegen eines umgestürzten Baumes auf eine Oberleitung einen Intercity verlassen. 200 Fahrgäste in dem Zug von Berlin nach Amsterdam mussten den Intercity verlassen und in Busse umsteigen. Die Strecke, auf der auch Fernverkehr von Koblenz nach Norddeich unterwegs ist, wurde gesperrt - der betroffene IC konnte nicht mehr weiterfahren. IC- und EC-Züge wurden umgeleitet. 

Ersatzverkehr und Einschränkungen

Im Bahnverkehr kam es am Sonntagabend vermehrt zu Verspätungen und auch Zugausfällen. Wie die Bahn am Sonntabend per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, waren auf gleich mehreren Strecken in der Region Bäume auf Bahngleise gefallen. Auf einigen Strecken – zum Beispiel zwischen Münster und Nottuln – wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Auch zwischen Münster und Hamm sowie Münster und Dortmund gab es Einschränkungen.

Entwarnung gab es am Montagmorgen: Die Bahn verkündete, dass nach sturmbedingten Sperrungen die Züge auf fast allen Strecken in Nordrhein-Westfalen wieder weitgehend nach Plan führen. Nur die Strecke von Mönchengladbach nach Venlo sei noch voll gesperrt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Auch beide Gleise auf der Bahnstrecke bei Rheine seien seit Montagmorgen wieder frei. 

Mehr als 200 Feuerwehreinsätze im Münsterland

„Victoria“ hielt am Sonntagabend auch die Feuerwehren im Münsterland auf Trab. Insgesamt kam es zu mehr als 200 Einsätzen, etwa halb so viel wie Sturm „Sabine“ vor einer Woche verursacht hatte. Dabei ging es meist um geringe Schäden wie etwa herabgestürzte Äste und Dachziegel. Auch Absperrungen von Baustellen und Fahrräder flogen umher. Verletzt wurde niemand.

Größere Schäden gab es etwa auf einem Hof in Bocholt, wo gleich mehrere Bäume auf das Dach einer Scheune stürzten und diese teilweise zum Einstürzen brachten. In Greven riss der Sturm Teile des Giebels eines Wohnhauses ein. In Dülmen krachte ein Baum auf ein Auto, in dem sich glücklicherweise keine Personen befanden. 

Für einen Autofahrer aus Coesfeld hatte der Sturm gleich doppelt Konsequenzen: Der 22-Jährige fuhr am Montagmorgen laut Polizei trotz bestehender Absperrung gegen einen auf die Straße gekippten Baum. Glücklicherweise blieb der junge Mann unverletzt. Zur Kasse gebeten wird er aber gleich zwei Mal: Neben dem Schaden an seinem Wagen muss er ein Verwarngeld zahlen.

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