Neuer Bauernpräsident Beringmeier
Ein Ostwestfale tritt in die erste Reihe

Münster -

Der neue Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) kommt aus dem Kreis Paderborn. Hubertus Beringmeier setzte sich in einer Kampfabstimmung knapp gegen eine Münsteranerin durch. [Mit Video]

Montag, 17.02.2020, 12:18 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 19:10 Uhr
Neuer Bauernpräsident Beringmeier: Ein Ostwestfale tritt in die erste Reihe
Ein Ostwestfale an der Spitze: Hubertus Beringmeier (Mitte) mit seinen Vorgängern im Amt des Präsidenten Johannes Röring (2.v.re.) und Franz-Josef Möllers (links). Stellvertreter sind Wilhelm Brüggemeier (re.) und Henner Braach (2.v.li.). Foto: Gunnar A. Pier

Der Mann weiß um die Schwere der Aufgabe: „An Themen, an Arbeit fehlt es uns nicht“, sagt Hubertus Beringmeier. Die Auseinandersetzungen mit den politisch Verantwortlichen in Berlin und Brüssel über die Nitrat-Verordnung, den Insektenschutz und das Tierwohl, das Brodeln vor allem bei den jungen Landwirtinnen und Landwirten, die sich um die Zukunft ihrer Betriebe, ja der ganzen Branche sorgen – der neu gewählte neue westfälische Bauernpräsident dürfte wenig Zeit zum Einarbeiten haben. Doch sein erster Auftritt im neuen Amt gestern zeigt: An Mut und Entschlossenheit fehlt es ihm nicht.

Zunächst – und das ist Beringmeier ein Anliegen – denkt und dankt der 58-Jährige den beiden unterlegenen Mitbewerbern Susanne Schulze Bockeloh aus Münster und Joachim Pehle (Erwitte). „Auch wenn es natürlich jetzt Enttäuschung gibt, der Wettbewerb vor allem zwischen Frau Schulze Bockeloh und mir war stets fair. Da bleiben keine Gräben.“

Denn – und das weiß Beringmeier und vor allem dessen Vize Wilhelm Brüggemeier (Herford) – durch den Sieg des Paderborners haben sich die Gewichte innerhalb des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes verschoben.

Beringmeiers Versprechen in die Zukunft

Seit 73 Jahren stand immer ein Münsterländer an der Spitze, zuletzt mit dem CDU-Abgeordneten Johannes Röring ein Politiker aus dem Kreis Borken. Doch seit gestern stellt der Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe sowohl den Präsidenten als auch einen der beiden Vize. „Wir werden darüber beraten, wie wir Frau Schulze Bockeloh in die Führung miteinbeziehen können“, verspricht Beringmeier, der mehr und mehr Aufgaben im heimischen Betrieb auf seinen Sohn übergeben will und muss. „Das Amt wird mich ganz fordern. Aber ich wusste ja, auf was ich mich einlasse. Das ist alles vorbereitet.“

Für ihn stimmten bei der Stichwahl auf Gut Havichhorst 57 Delegierte, 48 für die münsterische Kreisvorsitzende, der dritte Außenseiterkandidat Joachim Pehle schied im ersten Wahlgang aus. Welche Beweggründe die Entscheidung beeinflusst haben, das bleibt so geheim wie die Wahl. Das Thema Frau/Mann soll es jedenfalls nicht gewesen sein, ließen alle Beobachter verlauten. Ein Ausgleich der regionalen Interessen, das Vertrauen in einen aktiven Chef eines tierhaltenden Betriebes – schon eher.

Zur Person

Hubertus Beringmeier stammt aus Hövelhof-Espeln aus dem Kreis Paderborn. Der 58 Jahre alte gelernte Landwirt betreibt einen landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieb, neben dem Ackerbau auch Schweinemast. Seit 2015 ist er Vorsitzender des Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe. Er ist Vater dreier erwachsener Kinder, von denen der Älteste auch seinen Hof übernehmen wird. Beringmeier betreibt seinen Hof seit dem Jahr 1981 – zunächst mit den Eltern, heute mit der Ehefrau und seinem Sohn. „Ich bin aktiver Landwirt, gerne im Stall und auf dem Acker“, sagt er von sich selbst. Beringmeier zählt Radfahren und die Geflügelzucht zu seinen Hobbys. Im Verband gilt er als pragmatisch, betont aber immer die Notwendigkeit, die Anliegen der Landwirte in der Öffentlichkeit, der Gesellschaft und der Politik stärker als bisher durchzusetzen.

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Doch jetzt will man nach vorn schauen, will den Verband öffnen. „Wir müssen stärker kommunizieren, in unsere Kreisverbände hinein, über regionale und Ländergrenzen hinaus“, kündigt Beringmeier eine westfälische Kommunikations­offensive an. Zusätzlich verspricht er, sich auch stärker im Deutschen Bauernverband einzubringen. Doch am wichtigsten – und das ist ein Versprechen in die Zukunft – ist Beringmeier eines: „Wir werden das außerordent­liche Engagement der jungen Leute mit aufnehmen. Das ist ein Schatz, den wir heben werden.“

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