Urteil am Landgericht
Nach Raubüberfall auf Wettbüro: Drei Jahre Haft für Haupttäter

Münster -

Zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilte das Landgericht Münster einen 23 Jahre alten Mann, der 2019 ein Wettbüro an der Steinfurter Straße überfallen hatte. Die achtmonatige Freiheitsstrafe des Gehilfen wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Haupttäter kann auf eine besondere Form des Vollzugs hoffen.

Dienstag, 18.02.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 21:14 Uhr
Das Landgericht hat im Prozess um einen Raubüberfall in einem Wettbüro in Münster ein Urteil gesprochen.
Das Landgericht hat im Prozess um einen Raubüberfall in einem Wettbüro in Münster ein Urteil gesprochen. Foto: Wilfried Gerharz

Als schwere räuberische Erpressung und Beihilfe wertete das Landgericht Münster den Raubüberfall auf ein Wettbüro an der Steinfurter Straße im Januar 2019 und verurteilte den Haupttäter zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren sowie den Gehilfen zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten, wobei diese zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Bei der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende, dass im Zentrum der Beratungen die Frage gestanden habe, ob die Tat als Scheinüberfall geplant worden sei und der 23-jährige Gehilfe und damalige Wettbüro-Angestellte selbst hätte überfallen werden sollen, oder ob sich dessen Tatbeitrag auf das Tippgeben beschränkte. Die Kammer entschied sich im Ergebnis für Letzteres, da dafür zum einen die geringe Entlohnung des Helfers sprach: Dieser hatte bei einer Gesamtbeute von knapp 7000 Euro lediglich 500 Euro erhalten.

Minder schwere Fälle

Zum anderen wertete das Gericht den Umstand, dass der 23-jährige Haupttäter noch einen – gesondert verfolgten – Mittäter für den Überfall hinzuzog, als Indiz dafür, dass er sich über den Geschehensablauf unsicher war und eine weitere Person brauchte, um die in der Filiale zu erwartenden Personen in Schach zu halten. Hätte am Tatabend der Gehilfe das Opfer sein sollen, wäre diese Vorkehrung nicht nötig gewesen.

Gleichwohl nahm die Kammer bei beiden Tätern aufgrund ihres Verhaltens bei der Tat und im Rahmen des Ermittlungsverfahrens minder schwere Fälle an. Ohne das umfangreiche Geständnis des Gehilfen „hätten wir die einzelnen Tat­beiträge nur schwer rekonstruieren können“, sagte der Vorsitzende.

Dem Haupttäter wurde zugutegehalten, dass er Angaben zu seinem Mittäter machte. Als nicht einschlägig vorbestrafter und zum ersten Mal Inhaftierter, der in Kürze ein neues Arbeitsverhältnis beginnen will, hat der 23-Jährige „gute Chancen auf einen offenen Vollzug“, erklärte der Vorsitzende.

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