Benefiz-Biker gegen Krebs
Motorradfahrer spenden Urlaub

Münster -

Heinrich Föllen hat eine Benefiz-Tour für Biker organisiert. Dabei wollen sie Geld sammeln, um Krebskranken eine Auszeit zu ermöglichen. Ziel der Tour ist Essen.

Freitag, 21.02.2020, 10:00 Uhr
Heinrich Föllen
Heinrich Föllen Foto: Matthias Ahlke

Sich endlich mal erholen von der Therapie und langen Krankenhausaufenthalten. Vielen Krebspatienten fehlt das Geld, um Urlaub zu machen. Um diesen Menschen und ihren Familien das zu ermöglichen, fahren die Benefiz-Biker für den Trägerverein „Auszeit für die Seele“ Spenden-Touren.

Die Biker gegen Krebs touren mittlerweile durch ganz Deutschland und starten demnächst auch im Münsterland. Am 9. Mai fahren die Biker vom Uniklinikum Münster zur Uniklinik in Essen. Wie bei ihren Touren üblich, spendet jeder Teilnehmer ein Startgeld von 20 Euro. Die Benefiz-Touren sind ein Projekt von Annemarie und Reinhard Hunecke aus Bönen: „Wir sind vor zwei Jahren Rentner geworden und wollten uns ehrenamtlich engagieren.“ 2017 hat Annemarie Hunecke den Verein „Auszeit für die Seele gegründet. Sie hat ihren ersten Mann an den Krebs verloren. Ihr heutiger Ehemann, Reinhard, sagt, die Krankheit bestimme ab einem gewissen Alter das Leben vieler Menschen.

Etwas zurückgeben

Auch Heinrich Föllen aus Handorf hat „viele Beerdigungen erlebt“. Der 70-Jährige hat die Tour von Münster nach Essen geplant und setzt sich im Münsterland für die Initiative ein. Seit einem Jahr sind „Heini“ und seine BMW 1100 mit Sidecar dabei. „Ich bin froh, dass ich in meinem Alter und nach zwei Unfällen so fit bin, dass ich noch fahren kann“, sagt Föllen. Er wolle einfach etwas zurückgeben.

Von dem Projekt erfuhr er in einer Bikerzeitschrift. „Wir haben Tourenguides gesucht, da haben sich ganz viele Motorradfahrer gemeldet, die teilweise auch selbst krank sind“, berichtet Reinhard Huneke. Heinrich Föllen war sofort begeistert: „Ich bin seit 2014 Rentner. Ich finde, das ist eine tolle Möglichkeit, mich ehrenamtlich zu engagieren.“

Große Hilfsbereitschaft

Von den Spenden, die die Biker sammeln, werden Patienten und ihren Familien Urlaube ermöglicht. „Wir haben ein Netzwerk von etwa 85 Vermietern von Ferienwohnungen, die ihre Wohnungen in Leerzeiten kostenlos zur Verfügung stellen, von den Spenden werden dann die Anreise und die Nebenkosten bezahlt“, erläutert Heinrich Föllen.

Der Verein arbeite mittlerweile mit Vermietern an der Nord- oder Ostsee, im Harz, in Bayern, der Schweiz oder Österreich zusammen. Die Hilfsbereitschaft der Biker zeige sich immer wieder aufs Neue, sagt Föllen: „Es melden sich teilweise sogar Leute mit Roller, die mitfahren möchten.“ Er hoffe, das Projekt bekannter zu machen, um mehr Spenden zu sammeln und, vor allem, mehr Betroffene zu erreichen.

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