Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes
Verwaltungsmitarbeiter und Rettungskräfte beklagen zunehmende Aggression

Münster -

Nicht nur Polizisten leben mitunter gefährlich, auch Feuerwehrleute und Jobvermittler werden immer häufiger mit Aggression konfrontiert. Wie damit umgehen? Darüber wurde bei der Podiumsdiskussion „Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes“ gesprochen.

Freitag, 21.02.2020, 09:00 Uhr
Verwaltungsmitarbeiter und Rettungskräfte beklagen zunehmende Aggression.
Über zunehmende Aggression gegenüber Verwaltungsmitarbeitern und Rettungskräften wurde bei der Podiumsdiskussion „Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes“ gesprochen. Foto: dpa

Jobvermittler, Beschäftigte in Behörden, Feuerwehrleute und Polizisten werden immer öfter und immer mehr mit Gewalt konfrontiert. Sie fühlen sich von ihren Vorgesetzten oft im Stich gelassen. Das war Thema einer Podiumsdiskussion, die der Kreisverband Münster des Deutschen Beamtenbundes (DBB) am Mittwoch in Münster veranstaltet hat.

Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in NRW, warb dafür, Polizisten wieder mehr Autorität zu geben. „Gewalt als Mittel der Kommunikation hat sich längt etabliert“, beklagte er. Darum ist er froh, dass in Zukunft jedes Auto der Polizei mit einem Taser ausgestattet werde. Studien hätten ergeben, dass es in 83 Prozent aller Fälle nicht mehr zur Gewalt komme, sobald der Einsatz der Elektro-Waffe angedroht werde.

Mehr Sicherheit gefordert

Das hilft Polizisten, aber was machen die Mitarbeiter in Behörden? Die würden immer weniger als Amtsträger und immer mehr als Dienstleister wahrgenommen, stellen die Podiumsteilnehmer fest. Kein Wunder, dass ein Ablehnungsbescheid dann öfter zu Unmut führe, immer öfter auch in Form von Beleidigungen in den sogenannten sozialen Medien. Experten wie Andreas Kohl, Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Kriminalprävention in Münster, und Reinhard Zumdick vom Kriminalkommissariat Münster raten zu einer Mischung aus dickem Fell, präventiven Maßnahmen und klaren Regeln, die nach einer Beleidigung, Bedrohung oder sogar einem körperlichen Angriff dokumentiert und umgesetzt werden sollte. Das ist nämlich in den meisten Behörden noch längst nicht selbstverständlich.

Darum forderte Landesoberverwaltungsrätin Anusch Melkonyan vom Landschaftsverband Westfale-Lippe, stellvertretende Landesvorsitzende der Komba-Gewerkschaft NRW, dass Behördenleiter fürsorglicher mit ihren Mitarbeitern umgehen. Ansonsten würde es noch schwieriger, in Zukunft neues Personal zu finden.

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