Altweiber in Münster
Kostümierte feiern ausgelassen in den Innenstadt-Kneipen

Münster -

In vielen Kneipen in der Innenstadt halten die Narren am Altweiber-Donnerstag Einzug. Entlang des Alten Steinweges feiern die bunt kostümierten Karnevalisten schon zur Mittagszeit den Start in die tollen Tage.

Donnerstag, 20.02.2020, 19:08 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 19:23 Uhr
Viele wild kostümierte Narren feierten unter anderem im „Bunten Vogel". Bereits um 14 Uhr war die Kneipe rappelvoll.
Viele wild kostümierte Narren feierten unter anderem im „Bunten Vogel". Bereits um 14 Uhr war die Kneipe rappelvoll. Foto: Matthias Ahlke

Während Prinz Thorsten II. und sein Gefolge in Rathaus, Banken und Krankenhäusern das Regiment übernehmen, ziehen die Narren am Altweiber-Donnerstag die Altstadt in ihren Bann. Seit den frühen Morgenstunden tummeln sie sich im Stadtzentrum, mittags haben so einige bereits Schwierigkeiten, Platz in der gewünschten Partylocation zu finden. In diesem Jahr fließt der Alkohol dort besonders früh: Die Kneipen am Alten Steinweg sind bereits so voll, dass man kaum einen Fuß an die Erde bekommt. Das tut der Stimmung jedoch keinen Abbruch: Ausgelassen feiern hier Indianer, Hippies und Ritter mit Superheldinnen und -helden, Cowboys und Prinzessinnen.

Viele wild kostümierte Karnevalsfans drängen sich im und rund um den „Bunten Vogel“ – darunter zwei besonders auffällig gekleidete Alice-im-Wunderland-Charaktere. „Wir sind der Hase und der Hutmacher“, erklärt Tatjana Plempelforth, „muss ja nicht immer alles männlich sein“. Im „BuVo“ ist es um 14 Uhr nahezu unmöglich, sich zu bewegen. Überall, wo Platz ist, wird getanzt – notfalls auch auf den Stühlen und Fensterbänken. Darunter auch eine Gruppe Indianer aus Warendorf. „Wir kommen jedes Jahr, weil es hier in Münster einfach am besten ist“, sagt Claudia Bäumker.

In den Kneipen geht die Post ab

Auch ein paar Schritte weiter im Enchilada geht die Post ab. „Die Stimmung ist mega, die Leute sind gut drauf, und dann ist das Team auch gut drauf“, freut sich Serviceleiter Gabriel Gonzales, der hinter der Theke zwischenzeitlich ganz schön ins Rotieren kommt. Es sei genauso voll wie im vergangenen Jahr, „aber die Leute sind früher da.“ Früh dabei sind auch die drei als Glühwürmchen kostümierten Sandine, Alex und Anja aus Münster. Wie sie auf dieses originelle Kostüm gekommen sind? „Das strahlt doch einfach aus, dass man gut drauf ist!“

Dass die Feierwütigen in diesem Jahr besonders früh dran sind, merkt auch Mark, Türsteher beim „Früh bis spät“ gegenüber. Da wird die Schlange derweil immer länger, drinnen fließt das Kölsch in Strömen. „Wir haben um 9.11 Uhr aufgemacht, seitdem stehen die Leute hier an“, sagt Mark. Aber das Warten lohnt sich, meint Miles, der mit seinen Kumpels gut gelaunt in der Schlange vorglüht. Tradition ist eben Tradition, und die will gewahrt werden: „Hier ist immer Start und danach ins Enchilada.“

Lagerfeld und Zuckerwatte

Vor der nächsten Lokalität ist Designer Karl Lagerfeld wieder auferstanden – und zwar gleich im Doppelpack. Zu der Verkleidung, für die Lagerfeld-Fans eine Hommage, sagt Barbara: „Er ist gestern vor einem Jahr gestorben.“ Das haben ihre Freundinnen und sie zum Anlass genommen, ihn auf diese Weise zu würdigen. Angenehmer Nebeneffekt: „Das ist das bequemste Kostüm, das ich jemals anhatte“. Na dann.

Bequem gekleidet scheinen auch Katrin und Gaby, die allerdings gerade auf dem Weg in einen Drogeriemarkt sind, um eines der Kostüme zu flicken. Die Zuckerwatte, die die beiden darstellen, ist wohl so überzeugend, dass irgendein wilder Karnevalist gleich zugebissen hat. Zum Glück ist der Schaden reparabel: „Wir haben vier Abende daran gebastelt“, sagt Gaby.

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