„Nimmerland“-Tour
RIN als Peter Pan in der Halle Münsterland

Münster -

„Nimmerland“ in Münster: Im Peter-Pan-Modus bringt RIN am Donnerstagabend die Halle Münsterland beinahe zum Abheben. Den Nerv der Jugend trifft der Deutschrapper vor allem mit einem Thema: Erwachsenwerden.

Freitag, 21.02.2020, 09:04 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 09:15 Uhr
„Nimmerland“-Tour: RIN als Peter Pan in der Halle Münsterland
Begeistert wurde RIN in der Halle Münsterland empfangen. Foto: Hella Harhues

6000 Fans entführte RIN am Donnerstagabend in der Halle Münsterland im Rahmen seiner „Nimmerland“-Tour auf ein 90-minütiges Abenteuer mit wummernden Bässen und nostalgisch klingenden Synthesizern, das literweise Schweiß, Tränen und von den pogenden Fans sogar einige Schuhe forderte. Als Neuinterpretation Peter Pans stand Deutschlands „King des Cloud-Raps“ mit knallroten Haaren und Faible für Markenklamotten auf der Bühne, während vor ihm in den Moshpits irgendetwas zwischen Adrenalinkick und Hitzetod herrschte.

Textsicheres Publikum

Eine unglaubliche Geräuschgewalt schlug RIN entgegen, die selbst Autotune und ohrenbetäubende Beats übertönte. Denn ihre Textsicherheit bewiesen die Münsteraner binnen Sekunden des ersten Songs „Bietigheimication“.

RIN-Konzert in Münster

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  • Am 20. Februar 2020 machte RIN mit seiner „Nimmerland“-Tour Halt in Münster.

    Foto: Hella Harhues
  • 6000 Fans kamen in die Halle Münsterland.

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  • Rund 90 Minuten dauerte der Auftritt des Deutschrappers.

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  • Der Titel des Albums „Nimmerland“ ist eine Anspielung auf die Geschichte rund um Peter Pan.

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  • Wie Peter Pan: Mit knallroten Haaren trat RIN in Münster auf die Bühne.

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  • Das Publikum sang die Texte lautstark mit.

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  • „Münster, ich liebe euch!“, bedankte der Rapper sich bei seinem Fans.

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  • Von dem größtenteils jungen Publikum wurde RIN gefeiert.

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  • „Wir leben für das Leben nicht für Instagram!“ RINs Album „Nimmerland“ (2019 auf Platz drei der deutschen Charts) beschäftigt sich an vielen Stellen mit dem Erwachsenwerden.

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  • RIN heißt mit bürgerlichem Namen Renato Simunovic und ist in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg). Er hat kroatische und bosnische Wurzeln.

    Foto: Hella Harhues

Dem Titel des Über-Hits „Keine Liebe“ entsprach die Reaktion der energiegeladenen Menge wohl kaum: Genau wie bei jedem einzelnen anderen Song auf der Setlist flogen die Bierbecher und der Boden bebte. Mit den Worten „Münster, ich liebe euch!“ bedankte der Rapper sich für die überschwänglichen Gefühle der Fans.

Zeitgeist in mitreißender Liveshow

Zwischen Scheinwerferlicht und Nebelschwaden thematisierte der Künstler jedoch entgegen des antiquierten Deutschrap-Klischees nicht bloß Luxuskarossen, sondern befasste sich mit Problematiken des Erwachsenwerdens. Vorurteilen der internetfernen Eltern-Generation hielt er entgegen: „Wir leben für das Leben nicht für Instagram!“

Auch wenn RIN die Fähigkeit des Fliegens verwehrt bleibt, teilt er also doch eine wesentliche Eigenschaft mit dem Jungen, der niemals erwachsen wird: Die schiere Energie auf dem Konzert des Rappers zeugt einmal mehr von seinem Talent, den Zeitgeist der Jugend authentisch in eine mitreißende Liveshow zu verpacken. Die Nimmerland-Tour ist ein weiterer Schritt auf den Weg zum Status als Künstler einer Generation, ein Held der Jugend ist er auch jetzt schon – genau wie Peter Pan. 

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