Provinzial Nord-West und Rheinland
Fusion auf der Zielgeraden

Münster -

Eigentlich sollte es viel schneller gehen, Branchenexperten hatten eine frühere Annäherung erwartet. Doch nun kommt die Fusion der beiden öffentlich-rechtlichen Versicherer Provinzial Nord-West (Münster/Kiel) und Provinzial Rheinland (Düsseldorf) voran, rückwirkend zum Jahresbeginn 2020 könnte sie nun Realität werden.

Dienstag, 25.02.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 20:18 Uhr
Provinzial Nord-West und Rheinland: Fusion auf der Zielgeraden
Die Provinzial Nord-West in Münster steht kurz vor der Fusion mit der Provinzial Rheinland. Foto: Matthias Ahlke

Am Dienstag gab es einen großen Schritt in Richtung gemeinsamer Zukunft: Nach sorgfältigen Prüfungen hätten sich die Spitzen der Anteilseigner über das „wirtschaftliche Ergebnis der Fusionsprüfung weitgehend verständigt“, berichteten beide Unternehmen.

Man sei zu einer wirtschaftlichen Einigung für eine Fusion der beiden Versicherer gekommen. Sie betreffe unter anderem die Bewertung, das Fusionskonzept und wichtige rechtliche Dokumente. Den Gremien der Anteilseigner sowie der beiden Unternehmen werde nun das wirtschaftliche Ergebnis der Fusionsprüfung zur Beschlussfassung vorgelegt, um den Verhandlungsprozess dann schnell fortsetzen zu können, hieß es. Anteilseigner der Unternehmen sind die Sparkassenverbände Westfalen-Lippe, Schleswig-Holstein, Rheinland, Rheinland-Pfalz und der Ostdeutsche Sparkassenverband, außerdem die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland.

Für den endgültigen Zusammenschluss werden nach Angaben der Versicherer noch die testierten Jahresabschlüsse benötigt. Wenn die Beschlüsse aller Gremien vorlägen, solle die Fusion mit Rückwirkung zum 1. Januar 2020 umgesetzt werden.

Die Vorstandsvorsitzenden der beiden Provinzial-Gesellschaften begrüßen die gefundene Einigung: „Ich bin sehr froh, dass die beiden Provinzial-Gruppen nach hartem Ringen zu einem guten Kompromiss gefunden haben, mit dem aus meiner Sicht beide Seiten sehr gut leben können“, zeigte sich der Vorstandsvorsitzende der Provinzial Nord-West, Dr. Wolfgang Breuer, erleichtert. „Durch die Fusion würde ein Top-Ten-Versicherer entstehen mit einem Beitragsvolumen von über sechs Milliarden Euro.“

Patric Fedlmeier, Chef der Provinzial Rheinland, lobte die Einigung: „Die beiden Unternehmens-Gruppen haben sehr sorgfältig ein Zusammengehen geprüft. Bei Umsetzung der Fusion würden sich nun für Eigentümer, Mitarbeiter und Vertriebe angesichts der Herausforderungen der Branche gute Chancen für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft bieten.“

Über Inhalte der wirtschaftlichen Einigung haben beide Partner Stillschweigen vereinbart. Wenn die Gremien der Anteilseigner und der beiden Provinzial-Gesellschaften die wirtschaftliche Einigung bestätigt hätten, würden die beiden Unternehmen über Vereinbarungen und nächste Schritte informieren, berichteten die Versicherer weiter.

Vor Kurzem hatte es einen Streit mit dem Betriebsrat über die geplante Fusion gegeben: Die Provinzial NordWest ärgert sich über eine neue Forderung, die der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Wilhelm Beckmann, erhebt. Dazu zählte die Absicherung von Standort- und Arbeitsplatzgarantien in einem Staatsvertrag- Beckmann sprach auch von Hinweisen, wonach Eigentümer „Ausschüttungen zu ihren Gunsten“ planten.

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