Moderne Tradition
St. Lamberti segnet Gläubige mit „Aschekreuz to go“

Münster -

Seit einem Jahr bietet die Pfarrgemeinde St. Lamberti den Segen zum Beginn der Fastenzeit auch „to go“ – außerhalb der Messen – an. Die Aktion kam so gut an, dass sich zeitweise sogar eine Schlange vor der Kirche bildete.

Mittwoch, 26.02.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 17:26 Uhr
Pfarrer Hans-Bernd Köppen zeichnet Inga Blomberg am Aschermittwoch an der Lambertikirche mit einem Aschekreuz.
Pfarrer Hans-Bernd Köppen zeichnet Inga Blomberg am Aschermittwoch an der Lambertikirche mit einem Aschekreuz. Foto: Matthias Ahlke

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – für viele Christen ein Anlass sich mit einem Aschekreuz segnen zu lassen. Weil es viele Menschen nicht zur Messe in die Kirche schaffen, weil sie arbeiten, zur Schule oder in die Uni müssen, hat sich die Pfarrgemeinde St. Lamberti im vergangenen Jahr eine ganz besondere Aktion überlegt.

Vor der Lambertikirche können sich Passanten ein „Aschekreuz to go“ abholen. Das kommt an: Zeitweise bildet sich am Vormittag sogar eine Schlange vor dem Kircheneingang, wo Pfarrer Hans-Bernd Köppen den Segen verteilt. „Es liegt vielen daran, zum Beginn der Fastenzeit einen Akzent zu setzen“, sagt Köppen. Die Messe am Morgen sei schon sehr gut besucht gewesen, auch am Abend werden vielerorts Messen gefeiert, so auch in der Lamberti- und der Ludgerikirche. In der Zeit dazwischen bietet der Pfarrer „auch Berufstätigen die Möglichkeit, sich segnen zu lassen.“

Kirche will präsent sein

Doch nicht nur die nehmen das Angebot dankend an: „Ich finde das wunderbar, weil man es oft nicht in die Kirche schafft“, freut sich Magreth Hattrup (79). Die Kirche müsse präsent sein, auf die Menschen zugehen und sie eben auch „mal anstupsen“, sagt sie. Auch Annette Tilmann holt sich am Morgen den Segen „to go“, „weil ich es wichtig finde, sich einmal im Jahr daran zu erinnern, dass das Leben irgendwann zu ende ist“, sagt die 73-Jährige.

„Es macht einfach Spaß, die Begegnungen sind schön, weil die Menschen strahlen“, sagt Pfarrer Köppen. „Man merkt es ist ihnen ein Bedürfnis.“ Das Ziel der Fastenzeit sei es, sich Gedanken über das Leben zu machen. Es gehe nicht nur um den Verzicht, nicht nur der Verzicht, sondern „sein Herz dem Glauben zu öffnen“.

Vorsätze für die Fastenzeit

Auch viele junge Passanten kommen spontan auf den Pfarrer zu, so wie Inga Blomberg, die ihre einjährige Tochter Linn segnen lässt. „Ich gehe jeden Mittwoch auf den Markt und da habe ich das hier gesehen“, sagt die 31-Jährige. Die Fastenzeit wolle sie zum Anlass nehmen, auf Süßigkeiten zu verzichten.

Die 22-jährige Pauline Hüllmandel ist zu Besuch aus dem bayrischen Unterfranken und ebenfalls spontan von der Aktion begeistert: „Ich habe ein paar Vorsätze für die Fastenzeit und das ist in meiner Familie eine wichtige Tradition.“

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