Neues Landesstudio am Servatiiplatz
WDR macht Platz für 130 Wohnungen

Münster -

Der WDR plant seinen Umzug in die Innenstadt. In den kommenden fünf Jahren soll ein neues Landesstudio auf dem Servatiiplatz entstehen. Der Sender gibt dann sein bisheriges Gebäude an der Mondstraße auf.

Donnerstag, 27.02.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 21:17 Uhr
Von der Mondstraße zum Servatiiplatz (v.l.) Stadtbaurat Robin Denstorff, Studioleiterin Andrea Benstein, Oberbürgermeister Markus Lewe, Dr. Carsten Wildemann (Leiter der WDR-Gebäudewirtschaft), Dr. Christian Jäger (Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau) und Dr. Thomas Robbers (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster) stellten die gemeinsamen Pläne von Stadt und WDR vor.
Von der Mondstraße zum Servatiiplatz: Der WDR soll umziehen Foto: dpa

Der Rat der Stadt Münster soll Ende März den Grundsatzbeschluss für den geplanten Neubau des WDR-Landesstudios auf den Parkflächen am Servatiiplatz gegenüber dem Iduna-Hochhaus treffen. Die Besonderheit: Die Stadt oder vermutlich eine ihrer Töchter soll das bis zu fünfgeschossige Gebäude errichten, der WDR Teileigentümer werden. „Die Stadt wird die genauen Eigentumsmodelle noch ausloten“, sagte dazu Baudezernent Robin Denstorff am Donnerstagabend, als die Stadt und der öffentlich-rechtliche Sender den Stand der millionenschweren Planungen vorstellten. Auch der Kostenrahmen sei noch nicht zu beziffern. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt unseriös, so Denstorff.

WDR will sich neu aufstellen

Fakt ist: Der WDR will sich in Münster in den nächsten bis zu fünf Jahren neu aufstellen, um sich den digitalen Ansprüchen anzupassen, wie Studioleiterin Andrea Benstein betont. Und das in Innenstadtnähe. Der sanierungsbedürftige und inzwischen zu große Standort an der Mondstraße, wo das Radio- und Fernsehstudio ist, sei dafür nicht geeignet.

Auf dem 13 000 Quadratmeter großen Grundstück in Mauritz, das noch im Besitz des WDR ist und wo 130 Mitarbeiter beschäftigt sind, sollen nach dem Umzug zum Servatiiplatz rund 130 Wohnungen, davon laut Denstorff 40 Prozent öffentlich geförderter Wohnraum, eine Kindertagesstätte und ein Spielplatz entstehen. Wie das Areal ausgestaltet wird, soll über einen städtebaulichen Wettbewerb geklärt werden.

Auch wie das bis zu 20 Meter hohe Gebäude mit dem neuen Radio- und Fernsehstudio am Servatiiplatz aussehen kann, soll ein in diesem Jahr beginnender Architektenwettbewerb klären. Denstorff schlägt eine Begrünung der Fassaden auf der von Asphalt geprägten Fläche vor. Auch eine Tiefgarage soll dazugehören, weil 50 Parkplätze wegfallen.

Stadt mit WDR im Gespräch

„Der WDR gehört in die Innenstadt“, findet Oberbürgermeister Markus Lewe. Und sieht in dem Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von 3000 Quadratmetern, wovon der Sender die Hälfte benötigt, Anknüpfungspunkte für andere Nutzungen wie bestimmte Angebote der Volkshochschule oder das Smart-City-Office. Auf einer Veranstaltungsfläche sollen Diskussionsrunden, Vorträge und Ausstellungen stattfinden, auch Gastronomie soll einziehen.

Die Stadt ist mit dem WDR seit über zwei Jahren im Gespräch. „Es ist enorm wichtig, einen Arbeitgeber wie den WDR an den Standort zu binden“, sagt Dr. Thomas Robbers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Münster. Lewe ergänzte, dass mit dem Servatiiplatz eines der letzten drei innerstädtischen Grundstücke in dieser Größenordnung gefunden worden sei.

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