Kundgebung nach Hanau-Anschlag
Gemeinsam gegen Rassismus

Münster -

Rund 200 Personen haben am Samstag nach Angaben der Veranstalter vor dem Rathaus gegen Rassismus demonstriert. Anlass war der Anschlag von Hanau.

Sonntag, 01.03.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 18:08 Uhr
Gegen Rassismus wandte sich eine Kundgebung, die am Samstag vor dem Rathaus stattfand.
Gegen Rassismus wandte sich eine Kundgebung, die am Samstag vor dem Rathaus stattfand. Foto: Luca Pals

„Wir sind hier – vereint gegen Rassismus!“ In großen schwarzen Lettern auf rotem Hintergrund prangert die Botschaft, dieden Verantwortlichen so wichtig ist und die den Passanten am Samstagnachmittag überbracht werden soll. Und das mit voller Vehemenz – zahlreiche Redner, emotionale Worte, Schweigeminuten und internationale Lieder und Gedichte wechseln sich während der einstündigen Kundgebung ab.

Vor dem Rathaus, direkt auf dem Prinzipalmarkt – hier bekommen es die meisten mit. Das werden sich die bunt zusammengewürfelten Verantwortlichen gedacht haben: das Odak-Kulturzentrum, das Demokratisch-Kurdische Gesellschaftszentrum, der Verein für politische Flüchtlinge, die Jüdische Gemeinde, die Persisch-Deutsche Kulturbrücke, der Verein AFAQ, die Statusgruppe der Black People sowie People of Color und der Integrationsrat der Stadt haben gemeinsame Sache gemacht und gegen Rassismus, Hass und Ausgrenzung mobilisiert. Anlass war der Anschlag von Hanau.

In Zukunft soll ein Netzwerk errichtet werden. Der Integrationsrat habe einen Antrag an die Stadt zur Errichtung einer Gedenkstätte für die NSU-Opfer sowie weitere Tote durch rassistische Gewalttaten eingereicht, berichtet der Vorsitzende Ömer Lüftü Yavuz.

Rechtsradikales Gedankengut sei in allen Schichten der Gesellschaft vertreten, sagt er und betont: „Jeder, der Rassismus in welcher Form auch immer verharmlost oder ignoriert, macht sich mit schuldig.“

Am Rande der Veranstaltung bleiben immer wieder Passanten stehen, neugierig stellen sie sich dazu, die Polizei ordnet derweil den Busverkehr. Aus dem Kreise der Verantwortlichen hört man, dass etwa 200 Zuhörer zu wenig seien: „Da geht mehr“, betonen sie.

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