Goldene Priesterjubiläen im Dom gefeiert
Botschaft nach Gerichtsurteil

Münster -

Der frühere Dompropst Josef Alfers und der frühere Domkapitular Norbert Kleyboldt feierten am Sonntag ihr goldenes Priesterjubiläum. Zu den Gratulanten zählte auch Bischof Dr. Felix Genn.

Sonntag, 01.03.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 21:00 Uhr
Münsters Bischof Dr. Felix Genn (M.) feierte am 1. März einen Gottesdienst anlässlich der goldenen Priesterjubiläen von Dompropst em. Josef Alfers (l.) und Domkapitular em. Norbert Kleyboldt.
Münsters Bischof Dr. Felix Genn (M.) feierte am 1. März einen Gottesdienst anlässlich der goldenen Priesterjubiläen von Dompropst em. Josef Alfers (l.) und Domkapitular em. Norbert Kleyboldt.

In einem Festhochamt hat Bischof Dr. Felix Genn am Sonntag im münsterischen St.-Paulus-Dom das goldene Priesterjubiläum von Dompropst em. Josef Alfers und Domkapitular em. Norbert Kleyboldt gefeiert. Der emeritierte Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff, nahm ebenfalls an dem Gottesdienst teil. Der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer sorgte für den musikalischen Rahmen.

„Von Herzen gratuliere ich unseren Mitbrüdern und danke ihnen für das Glaubenszeugnis, das Sie uns gegeben haben“, wandte sich Genn zu Beginn der Messe den beiden Jubilaren zu, die viele Jahre als Mitglieder des Domkapitels den Bischof von Münster unterstützt haben. „Besonders dein Dienst als Generalvikar war wichtig für mich“, richtete Genn persönliche Worte an den ehemaligen Generalvikar Kleyboldt. Dompropst Kurt Schulte dankte den beiden Priestern für „ihre innere Glaubensfreude, die spürbar ist und Kraft gibt, den Glauben weiterzugeben und zu teilen“.

„Dem Menschen ist sein Leben geschenkt. Das ist die Grundbotschaft unseres Glaubens“, sagte Genn zu Beginn seiner Predigt laut einer Pressemitteilung des Bistums. Der Mensch habe es sich nicht selbst gegeben. „Deswegen kann er darüber auch nicht am Lebensanfang und an dessen Ende bestimmen“, betonte der Bischof. „Was ist das für eine Botschaft angesichts einer Mentalität der Selbstbestimmung über Leben und Tod.“ Der Bischof bezog damit Stellung zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Die Richter in Karlsruhe hatten mit Bezug auf das Grundgesetz das Recht des Menschen auf selbstbestimmtes Sterben abgeleitet. Das schließe auch die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und dabei Angebote von Dritten in Anspruch zu nehmen. „Das Leben ist eine Gabe aus Freundschaft mit Gott“, so Genn weiter.

Dabei sei der Mensch Gott gegenüber nicht unmündig. Im Gegenteil. Gott habe den Menschen die Entscheidung überlassen, sich für oder gegen ihn zu entscheiden: „Wie unvorsichtig ist Gott in seiner Liebe, dass er uns diese freie Entscheidung überlässt.“ Die beiden Jubilare hätten sich für die Kirche zur Verfügung gestellt. 50 Jahre lang. „Und sie haben 50 Jahre verkündigt, dass Gott im Mittelpunkt steht und nicht die Autonomie des Menschen“, betonte der Bischof noch einmal am Ende seiner Predigt.

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