Nach Kriminalstatistik
Polizei kündigt mehr Razzien und Kontrollen am Hauptbahnhof an

Münster -

Münsters neuer Polizeipräsident hat am Montagmittag die Kriminalitätsstatistik 2019 vorlegt. Danach gibt es weniger Einbrüche und Diebstähle. Die Kriminalität aber hat insgesamt leicht zugenommen.

Dienstag, 03.03.2020, 08:00 Uhr
Nach Kriminalstatistik : Polizei kündigt mehr Razzien und Kontrollen am Hauptbahnhof an
Razzien wie hier im Mai 2019 sollen häufiger durchgeführt werden. Foto: Matthias Ahlke / Grafik: Jürgen Christ

Der Druck auf die Drogendealer nimmt zu: Die Polizei kündigt weitere Razzien und regelmäßige Kontrollen im Umfeld des Hauptbahnhofs an und weitet ihr Einsatzgebiet bis zum Hawerkamp und „Cineplex“ am Albersloher Weg aus. Das sagte Polizeipräsident Rainer Furth bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2019.

Darin nimmt die Straßenkriminalität zwar insgesamt ab, was die Polizei auf ihre Aktivitäten rund um das Hauptbahnhof zurückführt. Aber: Jede siebte Straftat, das sind insgesamt 3600 Straftaten, wird im Bahnhofsumfeld begangen. „Das sind zehn Straftaten pro Tag. Wir werden unsere präventiven Bemühungen intensivieren“, kündigte Furth an.

Viele Raubdelikte in Bahnhofsnähe

Zumal neben dem Drogenhandel auch 400 Körperverletzungsdelikte und 50 Raubüberfälle im vergangenen Jahr rund um den Hauptbahnhof geschehen sind. 22 Prozent aller Raubdelikte ereigneten sich dort. „Sie werden von mir nie hören, dass das Phänomene seien, mit denen eine Großstadt leben müsse“, sagte Furth deutlich.

Kommentar: Kein Pardon mehr

Wenn der  Drogenhilfeverein Indro am Hauptbahnhof von hohen Konsumwerten spricht, ist das für den neuen Polizeipräsidenten Rainer Furth erschreckend. Richtige Erkenntnis! Denn diese Drogen werden in Bahnhofsumfeld gekauft und konsumiert. Die Kriminalitätsstatistik 2019 belegt: Jede siebte Straftat findet dort statt. Nicht nur der Drogenhandel, sondern einhergehende Delikte wie Körperverletzung, Raub und Beschaffungskriminalität – alles ist in Bahnhofsnähe überproportional vertreten. 

Furth will aufräumen, um das Sicherheitsgefühl der Münsteraner zu stärken. Das Einsatzgebiet weitet er bis zum Haverkamp aus, die Zahl der Razzien steigt. Nicht für die Szene, aber in erster Linie für die Dealer gilt kein Pardon mehr. (Von Ralf Repöhler)

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Der Leitende Kriminaldirektor Frank Kaiser erinnerte daran, dass Münsters Polizei seit dem Jahr 2015 die Maßnahmen rund um den Hauptbahnhof intensiviere. Seit 2017 sei die Sicherheit im Bahnhofsumfeld eines der Behördenziele. „Die Bürger haben sich inzwischen den Bereich Engelenschanze zurückgeholt“, könne die Polizei laut Kaiser Erfolge vorweisen.

Weitere Investitionen

Und die lassen sich in Zahlen belegen. Mehrere Razzien und weitere regelmäßige Kontrollen in Kombination mit den zum Teil aufwendigen Ermittlungen gegen Drogendealer hätten zu Erfolgen geführt. Im vergangenen Jahr gab es 88 Festnahmen im Bahnhofsumfeld, 28 Täter gingen wegen illegalen Rauschgifthandels in Haft, davon zehn niederländische Staatsbürger, die den Markt in Münster für sich entdeckt haben. Furth, der erst seit Jahresanfang in Münster ist, bestätigte der Polizei diesen durchaus beachtlich Ermittlungserfolg.

Trotz „aller bisherigen Erfolge“ will Münsters neuer Polizeichef die Maßnahmen rund um den Hauptbahnhof weiter intensivieren. So sollen unter anderem die Möglichkeiten des neuen Polizeigesetzes ausgeschöpft werden. Furth setzt auf sichtbare Präsenz und zivile Streifen in Kombination mit regelmäßigen Kontrollen. „Wir arbeiten professionell und konsequent“, sagte er.

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