Schmutzki in der Sputnikhalle
Die unbekannte Punk-Sensation

Münster -

Klar, die Toten Hosen und Die Ärzte kennt jeder. Aber wer kennt schon Schmutzki? Dabei ist die Band die deutsche Punk-Sensation unserer Zeit – findet jedenfalls unser Autor, der am Wochenende beim Konzert der Band in der Sputnikhalle dabei war.

Montag, 02.03.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 20:44 Uhr
Beat Schmutz (r.), Danny Horowitz (l.) und Flo Hagmüller (M.) bilden gemeinsam das Punkrock-Trio Schmutzki.
Beat Schmutz (r.), Danny Horowitz (l.) und Flo Hagmüller (M.) bilden gemeinsam das Punkrock-Trio Schmutzki. Foto: Björn Meyer

„Wer ist Schmutzki?“ Diese Frage ist keineswegs despektierlich. Im Gegenteil, wird sie doch von der Punk-Band aus dem Süden Deutschlands allzu häufig selbst gestellt. Was quasi immer zur Folge hat, dass die Fans der Band lautstark antworten: „Wir sind Schmutzki.“ So auch beim Konzert am Freitagabend in der Sputnikhalle, bei dem das Publikum die vielleicht unterschätzteste Rockkapelle der Republik erlebt – eine Beweisführung als Hommage.

  • Die Musik:
    Man kennt das, auch kleinere Bands haben häufig zwei, drei Hits, die bei den Fans besonders gut ankommen. Dazwischen wird es auf den Konzerten dann schonmal etwas ruhiger. Nicht so bei Schmutzki. Deren Alben sind derart gespickt von eingängigen Songs, dass sich die Schmutzkis am Freitagabend zwischenzeitlich sogar zu einem „Party-Medley“ veranlasst sehen, in dem sie sich den Luxus erlauben – können –, eine Auswahl ihrer besten Songs nur kurz anzuspielen.

Eingängige Riffs und schlaue Texte

  • Die Zusammensetzung: 
    Drei Musiker, das hat schon bei „Die Ärzte“ über Jahrzehnte funktioniert. Mehr braucht es offenbar nicht für eine gute Punk-Show, zumal automatisch alle Bandmitglieder mehr in den Fokus rücken. Bei Schmutzki zusätzlich dadurch bedingt, dass der selbstironische Sänger Beat Schmutz zwar Namensgeber der Band ist, ganz offenbar aber nicht der Mann im Mittelpunkt sein möchte. Die Rampensau des Trios ist, AC/DCs Angus Young lässt grüßen, Bassist Danny Horowitz, der zudem im Hintergrund die meisten Lieder schreibt. In der Mitte der als ruhender Pol agierende und seit Freitagabend als „Bierwart“ geoutete Schlagzeuger Flo Hagmüller.
  • Die Songs: 
    Eine seltene Symbiose aus eingängigen Riffs und ebenso witzigen wie schlauen Texten. Und das Beste daran: Die Lieder funktionieren, wie am Freitagabend zu erleben, live noch besser als auf den Alben. Das ist wahrlich nicht einfach – und ein echtes Qualitätsmerkmal.

Die „Sputte“ tobt

  • Das Publikum:
    Wer in Deutschland auf Punkrock-Konzerte geht, der sieht auf Aufnähern und T-Shirts die üblichen Verdächtigen. Natürlich die Hosen, immer noch „Die Ärzte“, die Broilers, Rogers und wie sie alle heißen. Nicht so bei Schmutzki. Der Mob, so nennt die Band ihre Fans liebevoll, kommt fast durchgängig in roten Schmutzki-Shirts, die im Song „Hey Haters“ sogar mit „wenn den Hipstern rote T-Shirts nicht stehen“ Eingang in die Musik gefunden haben. Das auffällig liebevolle Marketing der Band – sämtlich in Eigenregie gestemmt – passt wie die Faust aufs Auge zu den Schmutzkis.
  • Zu guter Letzt – das Konzert in der Sputnikhalle:
    Mit einem Wort: Überragend! Vom ersten bis zum letzten Song singt und – das ist wörtlich zu nehmen – tobt die „Sputte“. Was übrig bleibt? Ein „gutes Gefühl, komm schlag ein, du bist nicht allein. Jesus Schmutzki ist da für dich. Nicht im Himmel, aber dafür dicht.“ – Wer ist Schmutzki? Wir sind Schmutzki.
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