Kriminalität hat im Jahr 2019 zugenommen
Mehr Betrugsfälle, weniger Einbrüche und Diebstähle in Münster

Münster -

Münsters neuer Polizeipräsident hat am Montagmittag die Kriminalitätsstatistik 2019 vorlegt. Danach gibt es weniger Einbrüche und Diebstähle. Die Kriminalität aber hat insgesamt leicht zugenommen.

Montag, 02.03.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 18:43 Uhr
Kriminalität hat im Jahr 2019 zugenommen: Mehr Betrugsfälle, weniger Einbrüche und Diebstähle in Münster
2019 gab es laut Kriminalitätsstatistik in Münster weniger Einbrüche als im Jahr zuvor. Foto: Colourbox.de

Weniger Wohnungseinbrüche, wenige Diebstähle – und trotzdem nimmt die Kriminalität in der Statistik 2019 leicht zu. Das liegt in erster Linie an steigenden Betrugsfällen im Bereich der Internetkriminalität und des Warenkreditbetrugs (um 80 Delikte auf 702 Straftaten) sowie zum Nachteil älterer Menschen. Hier sind die Fallzahlen um 166 Taten auf 525 Fälle (+ 46 Prozent) gestiegen.

Laut Polizei gab es mehr als 800 versuchte Betrugstaten, bei denen sich Täter als Enkel oder Polizisten ausgaben. Gesamtschaden in drei Jahren: drei Millionen Euro. Auch ist der Anstieg der Geschäftseinbrüche von 347 (Jahr 2018) auf 580 (Jahr 2019) signifikant.

26310 Fälle in 2019

Die Zahl der Straftaten ist in Münster im vergangenen Jahr um 557 Delikte auf aktuell 26 310 Fälle gestiegen, liegt damit aber im Zehnjahresvergleich auf dem zweitniedrigsten Wert. Denn: Im Jahr 2018 war die Zahl der Straftaten so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Münsters neuer Polizeipräsident Rainer Furth stellte am Montagmittag die Kriminalstatistik 2019 vor. Danach liegt die Gesamtzahl der Straftaten etwa auf Vorjahresniveau, Wohnungseinbrüche, Fahrraddiebstähle und Taschendiebstähle sind auf Zehnjahrestiefstand. Jede zweite Straftat ist ein Eigentumsdelikt, jede sechste Tat ein Fahrraddiebstahl.

Mordfälle fordern die Ermittler

Der Prozess gegen den tatverdächtigen Neffen, der seine Tante aus Kinderhaus aus Habgier getötet haben soll, hat gerade erst vor dem Landgericht begonnen. Eine der insgesamt 30 Mordkommissionen, die im vergangenen Jahr im Münsterland eingesetzt worden waren, hatte in diesem Fall ermittelt. Im Stadtgebiet Münster waren es 13. Dazu zählte auch der Versuch der beiden Frauen, ihr Wohnhaus am Max-Klemens-Kanal in die Luft zu jagen, als Gerichtsvollzieher und Polizei vor der Tür standen. Drei Beamte wurden dabei verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen versuchten Mordes erhoben.

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Mehr als die Hälfte aller Einbrüche scheitert, weil die Täter nicht ins Haus gelangen oder ohne Beute flüchten.

Polizeipräsident Rainer Furth

Die Zeiten der hohen Zahlen bei den Wohnungseinbrüchen sind passé. 323 Fälle registrierte die Polizei im Jahr 2019, 155 Fälle weniger gegenüber 478 aus dem Vorjahr. „Mehr als die Hälfte aller Einbrüche scheitert, weil die Täter nicht ins Haus gelangen oder ohne Beute flüchten“, berichtete Furth.

Obwohl es immer mehr Fahrräder in Münster gibt, geht die Anzahl der gestohlenen Räder erneut von 4382 auf 4320 Fälle zurück. Die Aufklärungsquote liegt nur noch bei knapp sieben Prozent. Auch die Zahl der Taschendiebstähle geht um 32 Delikte auf 986 Taten zurück. „Das ist der beste Wert im Zehnjahresvergleich. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf fast zehn Prozent“, sagte der Leitende Kriminalitätsdirektor Frank Kaiser.

67 Polizisten und sieben Retter verletzt

Nicht nur der Ton wird rauer, die Respektlosigkeit gegenüber Polizisten und Rettungskräften nimmt zu. Die Fallzahlen an Widerstandsdelikten gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung stieg um 231 Taten (+ 37,8 Prozent) auf 849 an.  209 Taten von tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte wurden registriert. Das sind 56 Fälle mehr. Dabei wurden 67 Polizisten und sieben Rettungskräfte (vier Feuerwehrleute, drei Sanitäter) verletzt. „Es ist unerträglich, dass Menschen in der Ausübung ihres Dienstes geschlagen, beleidigt, bespuckt und bedroht werden“, sagte Polizeipräsident Furth.

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Die Straßenkriminalität nimmt in Münster seit dem Jahr 2016 ab. Die Zahl der Delikte sank 2019 von 9273 auf 8888 Fälle. Gleichwohl sank auch die Aufklärungsquote von knapp 16 auf 13,1 Prozent.

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