Sabine Endres in der Bezirksregierung
Aus dem Nichts etwas erschaffen

Münster -

Die Künstlerin arbeitet stets frei: frei von Themen, frei von Vorbildern, Zwängen oder Material: Sabine Endres.

Mittwoch, 04.03.2020, 10:42 Uhr
Sabine Endres präsentiert ihre vielfältige Kunst bei der Regierungspräsidentin.
Sabine Endres präsentiert ihre vielfältige Kunst bei der Regierungspräsidentin. Foto: Sophie Scherler

Malerei, Collagen und Objektkunst: Sabine Endres ist vielfältig, ihre Arbeit interpretationsoffen. Licht und großzügig wirken die abstrakten Malereien. In unterschiedlichster Weise erinnern die Kompositionen an Landschaften und Unterwasserwelten – ab diesen Samstag in der Bezirksregierung.

Die Künstlerin aber arbeitet stets frei: frei von Themen, frei von Vorbildern, Zwängen oder Material: „Ich habe immer gemalt, weil ich das Bedürfnis dazu hatte. Ich wollte aus Nichts etwas schaffen“, erklärt sie ihre Kunst. Dass nun nicht nur Malerei, sondern auch Collagen und Plastiken Teil ihres Repertoires sind, ist eigentlich das Ergebnis eines Stillstandes: „Früher habe ich ausschließlich gemalt. Doch 2009 kam ich an einen Punkt, wo alles figürliche aus meiner Kunst verschwunden war und ich nicht weiter kam. Ich musste mal was anderes machen; mein Gehirn sozusagen neustarten“, erläutert Endres. An einem Nachmittag habe sie einfach angefangen, mit den Materialien zu spielen und zu experimentieren. Daraus sind schnell neue Objekte entstanden. „Dadurch habe ich den Kopf wieder freibekommen. Das hat so gut funktioniert, dass ich bis heute stets im Wechsel arbeite.“

Eines ihrer aktuellen Werke nennt Sabine Endres „Losgelöst“. Es besteht aus einem dreiteiligen Korpus, der sich nach oben hin aufzulösen scheint. Filigrane Drähte erheben sich leiterähnlich in die Höhe, tragen dabei einzelne Holzplättchen. Der Raum in der Plastik steht für Freiheit; die Drähte und Linien symbolisieren Schwerelosigkeit und Immaterialität. Endres schafft mit ihrer Kunst nicht nur Sinnbilder geistiger Freiheit, sondern zeigt auch den mühevollen Weg dahin, der sowohl Befreiung im weitesten Sinne als auch Verantwortung für das eigene Sein und Handeln beinhaltet.

Die umfangreiche Einzelausstellung der preisgekrönten Künstlerin wird am Samstag (29. Februar) um 12 Uhr im Foyer der Bezirksregierung am Domplatz eröffnet. Eine Einführung hält der Künstler Dieter Nusbaum. Die Ausstellung ist bis zum 27. März zu sehen.

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