Events und Stadtleben
Coronavirus: So steht es um Veranstaltungen in Münster

Münster -

Folgen der Coronavirus-Epidemie: Die Leipziger Buchmesse findet nicht statt, die Internationale Handwerksmesse in München wurde abgesagt - und auch die Reisemesse ITB Berlin wollte kein Risiko eingehen. Doch wie steht es um Veranstaltungen und Konzerte in Münster? Ein aktueller Überblick.

Donnerstag, 05.03.2020, 20:55 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 21:20 Uhr
Events und Stadtleben: Coronavirus: So steht es um Veranstaltungen in Münster
Mehr als 6000 Fans feierten am Mittwoch Johannes Oerding in der Halle Münsterland. Großevents wie dieses Konzert werden vorerst nicht abgesagt. Foto: Wilfried Gerharz

Die Halle Münsterland (MCC) tritt bei den meisten Veranstaltungen am Albersloher Weg lediglich als Vermieter in Erscheinung – ausgerichtet werden die Events von externen Veranstaltern. Diese entscheiden im informellen Austausch mit den Behörden, ob ein Event stattfinden kann.

Derzeit liegen der Veranstaltungsstätte keine coronabedingten Absagen von anstehenden Konzerten vor. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, bestehe "nach aktueller Einschätzung keine Gefährdung" für die kommenden Veranstaltungen. Das "Messe und Congress Centrum Halle Münsterland" appelliert jedoch an alle Besucherinnen und Besucher mit Erkältungssymptomen, Zuhause zu bleiben.

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Diese Information bestätigen auch die einzelnen Veranstalter. So teilte Kim Lisa Dallügge von „Stratmann Event“ - Veranstalter von „Lord of the Dance“ (31. März) und „Unser blauer Planet 2“ (22. März) - auf Anfrage mit: „Nach jetzigem Stand finden alle Veranstaltungen wie geplant statt. Wir informieren uns stetig über die aktuelle Lage, um schnell reagieren zu können, und halten uns an die Richtlinien des Robert Koch-Instituts. Entscheidend sind für uns die Anordnungen der Behörden beziehungsweise des Gesundheitsamtes.“

Auch der Veranstalter „Piscator Events“ gibt auf Anfrage bekannt, dass alle bevorstehenden Events in der Halle Münsterland - unter anderem Gregory Porter & Band (6. März), Torsten Sträter (7. März), Carolin Kebekus (21. März) - nach derzeitigem Stand wie geplant stattfinden werden. Dies ändert sich erst, wenn die Behörden eine offizielle Anweisung herausgeben. Gleiches gilt für die Veranstaltungen des Konzertbüros Schoneberg in Münster - dies betrifft unter anderem die Auftritte von Helge Schneider (18. März) und Ralf Schmitz (23. April) sowie die "Teddy Show "(19. März).

Anders sieht es hingegen für Messen, Kongresse und Tagungen aus. Hier kann es zu Verschiebungen und Absagen kommen. So wurde der "Patiententag Leukämien & Lymphome", der am 14. März stattfinden sollte, bereits abgesagt. "Wir führen aktuell Gespräche mit Veranstaltern über mögliche Ausweichtermine", teilte Ursula Paschke, Geschäftsführerin vom "Messe und Congress Centrum Halle Münsterland", mit. Sobald diese feststehen, werden die Teilnehmer von den Veranstaltern und über die Homepage der Halle Münsterland informiert.

Bekomme ich meinen Ticketpreis erstattet?

Sollten Veranstaltungen wegen des Coronavirus abgesagt werden, erfahren das Karteninhaber aus der Zeitung, über die Website der Veranstalter und die Sozialen Medien. Auch die lokalen Vorverkaufsstellen sollen informiert werden. Ob das Geld für erworbene Karten zurückerstattet wird, hängt vom Veranstalter ab - und nicht nur dem.

„Wir bemühen uns zunächst darum, mit dem Künstler sowie der Halle einen Ersatztermin zu finden. Die bereits gekauften Karten für die Veranstaltung behalten in so einem Fall ihre Gültigkeit. Wenn das nicht klappt, suchen wir in Absprache mit dem Tournee- beziehungsweise Künstlermanagement nach einer Lösung für den Ticketkäufer“, so Dallügge. 

"Was mit Karten für Veranstaltungen passiert, die wegen des Coronavirus abgesagt werden, ist noch völlig offen. Wir sind mit zwei Rechtsanwälten in Kontakt, um darüber möglichst schnell Klarheit zu bekommen", so Ursula Paschke von der Halle Münsterland. Klar ist: Für die Veranstalter geht es dabei um große Summen. Bei einer kurzfristigen Absage eines ausverkauften Konzerts in der Halle Münsterland geht es um eine Summe im etwa sechsstelligen Eurobereich. Wie der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) verkündet, bangen einige deutsche Konzert- und Tourneeveranstalter angesichts der Verbreitung des Coronavirus bereits um ihre wirtschaftliche Existenz.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland vom RKI aktuell (Stand 3.3. - zur Risikobewertung ) als mäßig eingeschätzt. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers sei zu erwarten. Diese Einschätzung könne sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Diese Fälle spielen bei der Verbreitung laut RKI jedoch „offenbar keine größere Rolle”.

    Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Ob SARS-CoV-2 auch fäkal-oral verbreitet werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Angaben der Welgesundheitsorganisation WHO scheint dieser Übertragungsweg in China keine Rolle zu spielen.

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

    Von den Menschen, die mit einem Kranken in Kontakt kommen, infizieren sich nach Einschätzung von Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité in Berlin, derzeit „5 bis 10 Prozent".

    Die Gefahr, sich in Deutschland mit Grippe- und Erkältungsviren anzustecken, ist nach wie vor ungleich höher als eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Einige Zahlen dazu: Seit Oktober 2019 wurden in Deutschland insgesamt etwa 120.000 labordiagnostisch bestätigte Influ­enzafälle an das RKI übermittelt. Rund ein Sechstel (17 Prozent) dieser Erkrankungen verlief so schwer, dass Patienten ins Krankenhaus kamen. Nachweislich sind in dieser Grippesaison bereits rund 200 Menschen daran gestorben. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland liegt bei rund 500 (Stand 6.3., 7 Uhr, zu den aktuellen Fallzahlen ), einen Todesfall gab es bislang nicht.

    Foto: dpa
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

    Foto: dpa
  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. 

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte unnötige Kontakte meiden (möglichst zwei Meter Abstand zu anderen Menschen) und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht nötig. Und auch ständiges Desinfizieren der Hände ist laut Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen, überflüssig.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa

Theater Münster

Planmäßig sollen die Vorstellungen im Theater Münster nach derzeitigem Stand stattfinden. Als "publikumsintensiver Betrieb" stehe man im Kontakt mit dem Gesundheitsamt und reagiere auf behördliche Anweisungen, teilt das Schauspielhaus auf Anfrage mit.

Universität, Send und Wochenmarkt 

Nicht nur der Wochenmarkt auf dem Domplatz soll weiter wie geplant stattfinden – auch der Frühjahrssend, der am 14. März beginnen soll, ist nach derzeitigem Stand nicht von einer Absage bedroht. Dies gab der Leiter des Krisenstabes der Stadt Münster, Stadtrat Wolfgang Heuer, bereits am Mittwoch bekannt. „Ich sehe hier keine Gefährdung für den einzelnen Besucher“, so Heuer.

Die Uni Münster hat alle Tagungen und Kongresse bis zum einschließlich 31. März abgesagt. Der Studienbetrieb soll aber nach aktuellem Stand wie geplant nach den Semesterferien wieder aufgenommen werden.

Uniklinikum

Das UKM setzte alle eigenen Veranstaltungen ab und weist seine Mitarbeiter an, auf die dienstliche Teilnahme an größeren Veranstaltungen und Dienstreisen zu verzichten. Außerdem bittet die Uniklinik ihre Patienten, pro Tag nur noch einen Besucher zu empfangen.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Veranstaltungen, die bislang in Münster und im Münsterland abgesagt wurden.

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