Gesamtkosten von zehn Millionen Euro
Stadt plant Radverkehrsbrücke am Aegidiitor

Münster -

Etwa 30.000 Radfahrer nutzen täglich den Bereich am Aegidiitor - und noch einmal genauso viele Autofahrer. Das birgt viele Unfallgefahren. Die Stadt Münster will deshalb jetzt neue Wege gehen: mit einer Radverkehrsbrücke.

Donnerstag, 05.03.2020, 10:04 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 14:16 Uhr
Gesamtkosten von zehn Millionen Euro: Stadt plant Radverkehrsbrücke am Aegidiitor
So soll es aussehen, das "Flyover Aegidiitor". Die Stadt möchte jetzt Fördergelder für das Projekt beantragen. Foto: Stadt Münster

Die Promenade ist das Herzstück des Radverkehrs in Münster. Pro Jahr nutzen mehrere Millionen Radfahrer den rund 4,5 Kilometer langen Verteilerring als Ausgangs- bzw. Endpunkt ihrer Fahrten. Um die umliegenden Stadtquartiere und die Stadtregion an die Promenade anzubinden, sind attraktive Radialstrecken notwendig, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

Hier setzt der sogenannte „Flyover Aegidiitor“ an. Die geplante Radverkehrsbrücke soll die Promenade mit der Bismarckallee verbinden und so die Anbindung der Innenstadt in die süd-westliche Himmelsrichtung deutlich verbessern. „Die Radverkehrsachse von der Promenade zur Bismarckallee ist schon jetzt von hoher Bedeutung. Zukünftig rechnen wir mit der Einrichtung der Veloroute von Münster nach Senden und in Verbindung mit dem 'Flyover Aegidiitor' mit einer merklichen Erhöhung der Radverkehrszahlen auch über die neu gestaltete Fahrradstraße Bismarckallee“, fasst Oberbürgermeister Markus Lewe die Bedeutung des Projektes zusammen.

30.000 Radfahrer täglich

Eine Verkehrserhebung im Mai 2019 hat gezeigt, dass der Bereich Aegidiitor binnen 24 Stunden (werktags) von über 30.000 Radfahrenden genutzt wurde, während zeitgleich 31.000 Kfz abgewickelt wurden. Problematisch ist, dass sich die Hauptverkehrsströme kreuzen. So war das Aegidiitor in der Vergangenheit eine Unfallhäufungsstelle, auch weil es trotz vielfältiger Maßnahmen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit häufig an Regelakzeptanz bzw. -kenntnis mangelt. Die nun geplante klare Trennung der Verkehrsströme soll sich konfliktminimierend auswirken und die Unfallzahlen senken.

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Die Visualisierung zeigt, wie die Brücke aussehen soll. Foto: Stadt Münster

Der „Flyover Aegidiitor“ hätte bundesweit in seiner Größenordnung und Frequentierung ein Alleinstellungsmerkmal. „Der Flyover ist ein innovatives Statement für den Radverkehr: Es zeigt auf, wie Bevorrechtigung des Radverkehrs, Verkehrssicherheit, Fahrzeitgewinne und Komfort in Einklang miteinander gebracht werden können“, so Stadtbaurat Robin Denstorff zur Bedeutung eines lückenlosen Radverkehrs in der Fahrradnetzplanung der Stadt Münster.

Zurückhaltend und elegant

Für die Planung werden aufgrund der Lage an der denkmalgeschützten Promenade besondere Anforderungen gestellt werden. So soll sich der „Flyover Aegidiitor“ zurückhaltend und elegant in die historische Situation einfügen. Das im Detail noch zu planende Bauwerk soll so schlank wie möglich dimensioniert und so konstruiert und gestaltet werden, dass es sich selbstverständlich in den grünen Stadtraum zwischen Aasee und Promenade eingliedert. Die vorhandene Topographie soll genutzt werden

Nach politischer Beratung und einer weiteren Abstimmung mit dem Fördergeber soll in einem qualitätssichernden Verfahren mit öffentlicher Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern die beste Lösung für das Bauwerk gefunden werden. Dabei sollen unterschiedliche Varianten entwickelt  

Zehn Millionen Euro Gesamtkosten

Nach einer ersten Schätzung werden für das Projekt Gesamtkosten in Höhe von ca. zehn Mio. Euro entstehen. Darin enthalten sind die Kosten für das qualitätssichernde Verfahren, die Planungsleistungen und den Bau. Bei positivem Förderbescheid werden voraussichtlich 75% dieser Kosten durch das Programm „Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) getragen, so dass bei der Stadt Münster ein Eigenanteil in Höhe von ca. 2,5 Mio. € verbleibt.

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Für die Radverkehrsbrücke sind Gesamtkosten von zehn Millionen Euro veranschlagt. Foto: Stadt Münster

Im Juli 2019 hat das Bundesverkehrsministerium das Programm zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland veröffentlicht, das richtungsweisende infrastrukturelle Maßnahmen fördert, die einen lückenlosen Radverkehr entscheidend voranbringen, Modellcharakter haben und „Leuchttürme“ sein können. Die im September eingereichte Projektskizze wurde für die Antragstellung ausgewählt und als grundsätzlich förderwürdig eingestuft.

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