Ausstellung „ZeitFenster“ eröffnet
Strategien der Demokratie-Feinde

Münster -

Im Juni 1926 verübten Rechtsextreme einen Sprengstoff-Anschlag auf das Druckereigebäude der sozialdemokratischen Zeitung „Volkswille“ in Münster. Eines von vielen Beispielen für das Vorgehen völkischer Nationalsozialisten in Münster, auf die jetzt eine Ausstellung hinweist.

Freitag, 06.03.2020, 21:00 Uhr
Das „ZeitFenster“ am Verspoel erinnert an das Attentat auf die Zeitung „Volkswille“
Das „ZeitFenster“ am Verspoel erinnert an das Attentat auf die Zeitung „Volkswille“ Foto: Ahlke

Wer am Schaufenster am Verspoel 7 -8 vorbeikommt, bleibt vermutlich verwundert stehen. Genau das ist das Ziel der Darstellung: Die Scheibe scheint gesprungen zu sein, ein Aufkleber sorgt dafür. Sie ist Teil der „ZeitFenster“-Ausstellung der Villa ten Hompel in Kooperation mit dem Stadtarchiv und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Die Ausstellung „Feinde der Demokratie – das völkische Westfalen“ an zehn Schaufenster-Standorten in Westfalen geht auf historische Ereignisse ein, die den Aufstieg der Nationalsozialisten thematisieren. „Da geht es beispielsweise um Skandalisierung oder eben wie hier um die Gewalt gegen Pressefreiheit“, erläuterte Dr. Christoph Spieker, Leiter der Villa ten Hompel, bei der Eröffnung der Ausstellung am Freitag. „Es sind einzelne Mechanismen, die zeitlich vor der Machtergreifung liegen, die mit dem Projekt aufgedeckt werden“, erläuterte Spieker weiter.

Dynamit-Anschlag auf Druckerei

Thema der münsterischen Ausstellung ist der Dynamit-Anschlag auf die sozialdemokratische „Volkswille“-Druckerei in Münster im Juni 1923. „Das Attentat wurde von Rechtsradikalen verübt, die Hintermänner sind aber nie verurteilt worden“, erklärte Historiker Philipp Erdmann vom Stadtarchiv zum geschichtlichen Hintergrund.

Die in den zehn Standorten beleuchteten Mechanismen werden schließlich im September in einer Gesamtausstellung in der Villa ten Hompel zusammengeführt und sollen in ein „Demokratielabor“ übergehen. Für Spieker eine Herzensangelegenheit: „Demokratie funktioniert nicht von alleine. Wir ermutigen die Besucher zum Engagement für die Demokratie.“ Die Landeszentrale für Politische Bildung NRW unterstützt das Projekt.

 

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