„Wild Boys“ im GOP-Varieté
Wo die wilden Kerle zaubern

Münster -

Die Moderatorin hat gewechselt, aber die Athleten sind geblieben bei der neuen Show in Münster GOP-Varieté.

Freitag, 06.03.2020, 18:12 Uhr
Wunderschön fließend choreografiert ist die Jonglage des russischen Künstlers Pavel Roujilo.
Wunderschön fließend choreografiert ist die Jonglage des russischen Künstlers Pavel Roujilo. Foto: GOP Variete

Neun athletische Männer, gebändigt von einer peitschenschwingenden Frau: Jede Menge Testosteron wird in der Show „Wild Boys“ im GOP-Varieté-Theater Münster freigesetzt. Die Produktion ist ein Dauerbrenner, denn sie läuft schon seit 2009 in den verschiedenen Häusern der GOP-Gruppe. Das Münster-Gastspiel stand allerdings unter einem ungünstigen Stern, denn ausgerechnet zum Start fiel Hauptdarstellerin und Moderatorin Rosemie – in der Rolle der schrullig-schwäbischen Hausfrau der Dreh- und Angelpunkt des Bühnengeschehens – aus und wurde durch die Berlinerin Chantall ersetzt.

Chantall, die in Münster zuletzt im Jahr 2013 durch die Show „Wundertüte“ geführt hatte, wagte den Seiltanz zwischen den Rollen der frechen Göre und dem weiblich-verruchten Vamp, wobei sie gelegentlich ins Billige abglitt. Sich den Popo mit Polstern im Kim-Karda­shian-Stil aufzuplustern und drumherum einen Hula-Hoop-Reifen kreisen zu lassen – jedermanns Humor ist das wohl nicht. Andere Moderationen fielen dagegen charmant aus, denn ihre Vielseitigkeit äußerte sich nicht nur im häufigen Wechsel der Garderobe.

Die Show „Wild Boys“ erwies sich als klassisches Varieté mit Ansagen und einzelnen artistischen Nummern. Schon die Ouvertüre mit dem 1980er-Jahre-Klassiker „Wild Boys“ von Duran Duran, bei dem die neun Artisten ihr Können andeuteten, fiel kraftvoll aus. Die meisten Nummern waren von Power-Beats begleitet, die durchtrainierte Körper wie etwa den Luftartisten Joao Godinho, den Cyr-Wheel-Künstler Jake Silvestro oder Alexey Bitkine am chinesischen Masten wirkungsvoll in Szene setzten.

Zwischendurch gab es auch noch einen Weltrekord-Versuch des Berliner Akrobaten Gunnar Erik, der aus dem Handstand heraus fünf Gläser aus einer Karaffe in 45 Sekunden mit einer blauen Flüssigkeit füllte. Gelegenheiten, bei all der Power zwischendurch etwas zur Ruhe zu kommen, boten Darbietungen wie die wunderschön fließend choreografierte Jonglage des russischen Künstlers Pavel Roujilo oder der zweite Auftritt von Joao Godinho am Trapez zu den Klängen von „Sound of Silence“. Kurz vor der Pause beeindruckte Maxim Kriger mit Rola Rola ­– der Kunst, auf einem Brett zu stehen, das auf Rollen liegt. Und kurz vor dem Finale gab es mit dem Auftritt des ungarischen Trios Bokafi, die zu dritt auf einem Schleuderbrett die gewagtesten Sprünge ausführten, den spektakulären Schlusspunkt.

„Wild Boys“ läuft bis zum 10. Mai im GOP-Varieté-Theater in Münster.

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