BV Mitte: Mehrheit stimmt gegen Vorlage
Dämpfer für die neuen Hafen-Pläne

Münster -

Die Verwaltung treibt die Pläne für die Entwicklung des Hafenviertels voran. Eine neue Vorlage sieht unter anderem den Bau von 700 Wohnungen vor. Dennoch stimmte die Mehrheit der Politiker in der BV Mitte gegen die Vorlage.

Mittwoch, 11.03.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 16:28 Uhr
Das Modell für die geplante Bebauung am Hafen auf dem ehemaligen Osmo-Gelände: Unten im Bild das Hafenbecken.
Das Modell für die geplante Bebauung am Hafen auf dem ehemaligen Osmo-Gelände: Unten im Bild das Hafenbecken. Foto: Stadt Münster

Die Pläne für ein neues Stadtquartier zwischen Stadthafen 1 und Schillerstraße haben am Dienstagabend in der Bezirksvertretung Mitte einen Dämpfer erhalten. Lediglich sechs Vertreter von CDU und FDP stimmten für die Vorlage der Verwaltung. Grüne und Linkspartei (zusammen sieben Stimmen) lehnten sie ab, die drei Bezirksvertreter der SPD enthielten sich der Stimme.

Mit der Vorlage will die Verwaltung nach eigenen Angaben den Weg „für ein neues Stück Stadt am Hafen“ freimachen. Ein Stadtquartier mit rund 126 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche soll dort entstehen – mit fast 700 neuen Wohnungen und bis zu 2000 Arbeitsplätzen in den Bereichen Büro, Dienstleistung und Kultur.

„Wir würden uns natürlich freuen, wenn dort viele, schöne Wohnungen entstehen“, sagte Silke Rommel von den Grünen. Und natürlich verstehe sie auch, dass die Investoren zügig mit den Bauarbeiten beginnen wollen. „Aber die Verhandlungsergebnisse überzeugen uns nicht.“ Die Bebauung sei zu dicht, es gebe zu wenig Freiflächen, die Fläche für öffentlich geförderten Wohnraum sei zu gering, Spielplätze fehlten, Erschließungs- und Verkehrsprobleme würden mit der Vorlage nicht gelöst. „Es gibt einen erheblichen Bedarf für Nachverhandlungen.“ Die Ratsfraktion werde daher einige Änderungsanträge vorlegen.

Kritik von den Linken

Die Vorlage folge „nur den Interessen der Investoren“, kritisierte Jonas Freienhofer von der Linkspartei. Unter anderem werde viel zu wenig bezahlbarer Wohnrau geschaffen. „Mit dieser Vorlage wird sich die Mietpreisspirale im Hafenviertel weiter nach oben drehen“, zeigte er sich überzeugt.

Auch Monika Mayweg von der SPD wies auf „Probleme mit der Verkehrssituation“ hin. So sei der Parksucherverkehr im Hafenviertel schon jetzt stark – und werde sich wohl noch weiter erhöhen, wenn die neuen Bewohner Besuch bekommen. Ihre Fraktion werde sich daher enthalten.

Ausdrückliche Zustimmung zur Vorlage der Verwaltung gab es nur von der CDU. „Ein ausgewogener Vorschlag“, lobte Bezirksvertreter Jan Gebker.

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