Unternehmen lassen Mitarbeiter verstärkt von zu Hause arbeiten
Das Gebot der Stunde heißt: Homeoffice

Münster -

Die Auswirkungen des Coronavirus haben Münster fest im Griff. Auch die Unternehmen müssen reagieren. Das Gebot der Stunde heißt für viele: Homeoffice.

Samstag, 14.03.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 14.03.2020, 14:44 Uhr
Auch bei der Provinzial werden Maßnahmen gegen das Coronavirus ergriffen.
Auch bei der Provinzial werden Maßnahmen gegen das Coronavirus ergriffen. Foto: Matthias Ahlke

„Mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter arbeitet bereits von zu Hause. Wir forcieren das mobile Arbeiten und geben Laptops an diejenigen heraus, die noch kein Dienstgerät haben“, berichtet Jörg Brokkötter von der Provinzial NordWest. Das Betreuen von Kindern zu Hause sei mit Homeoffice möglich. „Die meisten Mitarbeiter können flexibel arbeiten. Wenn sie zum Beispiel mittags für ihre Kinder kochen möchten, können sie abends länger arbeiten.“

Auch BASF und die LVM-Versicherung haben ihre Mitarbeiter soweit wie möglich nach Hause geschickt. Bei Brillux hat man die Kindertagesstätte, das Gästehaus sowie das Gesundheitshaus vorsorglich geschlossen.

Die Stadtverwaltung plant laut dem Vorsitzenden des Krisenstabs, Wolfgang Heuer, das Teilen von Fachdienststellen. Die elementaren Bereiche wolle man auf jeden Fall erhalten. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Verwaltung teilweise geschlossen werden müsse.

Betrieb der Kantine eingeschränkt

An den Bürostandorten der Unternehmen hat man zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Bei BASF und der Provinzial ist der Betrieb der Kantine eingeschränkt worden. Außerdem habe man die Zahl der Sitzplätze verringert, erklärt Julia Kroker von der BASF. Es gebe keine Buffets mehr, und das Besteck werde abgepackt ausgegeben.

Der LVM hat seine Kantine sogar ganz geschlossen. „Wir bieten unseren Mitarbeitern Lunch-Pakete an“, so Katharina Fiegl. „Außerdem isst jeder an seinem Arbeitsplatz, sodass Kontakte minimiert werden.“ Der Betriebssport sei eingestellt worden. Beim LVM rate man von der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ab. Bereits seit einigen Wochen, so Fiegl weiter, seien Geschäftsreisen größtenteils untersagt und Veranstaltungen abgesagt worden. Zusätzlich vermeide man Meetings mit vielen Personen. Die meisten Angelegenheiten kläre man über Video- oder Telefonkonferenzen.

Maßnahmen der NRW-Landesregierung

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  • Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Sonntag (22. März) auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 20. April.

    Foto: dpa
  • Schulen und Kitas geschlossen

    Bereits seit Montag (16.3.) sind die Schulen in NRW geschlossen. Die Lehrer blieben im Dienst, zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten etwa oder um digitale Unterrichtsformen durchzuführen.

    Ebenso dürfen Kinder bis zum schulpflichtigen Alter seit Montag nicht mehr in Kitas gebracht werden. Kinder sollten nicht bei Großeltern untergebracht werden.

    Für die Kinder des Personals, das zur Bewältigung der Krise notwendig sei, gibt es besondere Betreuungsangebote.

    Foto: Caroline Seidel
  • Geschäfte und Läden werden geschlossen.

    In Nordrhein-Westfalen sind seit Mittwoch (18.3.) alle Geschäfte und Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen. Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte, Großmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Zeitschriftenhandel und Friseure zum Beispiel bleiben auf. Lebensmittel dürfen sonntags verkauft werden. Aber alle großen Supermarktketten wollen vorerst bei ihren Öffnungszeiten bleiben und nicht sonntags öffnen.

    Foto: dpa
  • Spielplätze

    Alle Spiel- und Bolzplätze sind gesperrt. "Bitte jetzt nicht auf irgendwelche Wiesen ausweichen", mahnte NRW-Familienminister Stamp.

    Foto: dpa
  • Gastronomie

    Restaurants,Bars, Cafés, Kneipen und Amüsier-Etablissements müssen ganz schließen. Nur Lieferung oder Abholung sind noch möglich.

    Foto: dpa
  • Tourismus

    Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Reisebusreisen sind verboten.

    Foto: dpa
  • ÖPNV wird eingeschränkt:

    Der öffentliche Personennahverkehr in NRW wird wegen der Corona-Krise eingeschränkt. Bahn und Busse fahren vielerorts nur noch nach dem Ferien-Fahrplan. Es wird empfohlen, nur noch in dringenden Fällen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Fahrkarten-Kontrollen werden nicht mehr durchgeführt.

    Die Stadtwerke Münster bitten  alle Fahrgäste, in den Stadtbussen bis auf Weiteres nur die hinteren Türen für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. Die erste Tür direkt bei der Fahrerin oder beim Fahrer bleibt vorsorglich geschlossen, im Bus werden keine Tickets mehr verkauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Freizeit

    Per Erlass der Landesregierung sind Veranstaltungen grundsätzlich untersagt, dazu gehören auch alle Konzerte oder Aufführungen.

    Kultureinrichtungen wie Ausstellungen und Kinos sind geschlossen. Auch Tier- und Freizeitparks müssen den Betrieb einstellen, gleiches gilt für Sportanlagen.

    Foto: Matthias Ahlke2
  • Sportbetrieb eingestellt

    Keine Spiele, kein Training. Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen nicht mehr öffnen. Der Sport in NRW steht komplett still.

    Foto: imago-images
  • Gottesdienste abgesagt:

    Es dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Alle religiösen Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres abgesagt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Sommersemester-Start an NRW-Hochschulen verschoben:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch der Start des Sommersemesters an den nordrhein-westfälischen Hochschulen vorerst bis zum 20. April, dem Ende der Osterferien, verschoben.

    Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Operationen verschieben:

    Alle nicht zwingend nötigen Operationen in NRW sollen wegen der Coronakrise auf absehbare Zeit verschoben werden. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). 

    Foto: Georg Wendt
  • Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
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