Wochenmarkt unter erschwerten Bedingungen
Grünes Licht für Mittwoch

Münster -

Keine Stehtische an Kaffee-, Reibekuchen- und Fischstand, keine Pavillons: Die Händler auf dem Wochenmarkt haben sich auf veränderte Verkaufsbedingungen in Zeiten der Corona-Krise eingerichtet. Die aktuelle Nachricht: Auch kommenden Mittwoch darf der Markt stattfinden.

Samstag, 14.03.2020, 15:08 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 18:39 Uhr
Zum Mittag füllte sich der Wochenmarkt zusehends. Die Frequenz war aber bei weitem nicht so stark wie an üblichen Samstagen. Viele Parkplätze in den Parkhäusern blieben leer.
Zum Mittag füllte sich der Wochenmarkt zusehends. Die Frequenz war aber bei weitem nicht so stark wie an üblichen Samstagen. Viele Parkplätze in den Parkhäusern blieben leer. Foto: Karin Höller

Vorsichtsmaßnahmen ja, aber keine übergroße Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus: Viele Münsteraner kamen am Samstag zum Wochenmarkt-Einkauf auf den Domplatz – eine der wenigen Veranstaltungen, die derzeit noch stattfinden. Auf gewohnte Stehtischrunden am Kaffee-, Reibeplätzchen- oder Fischstand musste allerdings  laut Auflage des Krisenstabs der Stadt verzichtet werden. Und mancher verzichtete gleich auf den gewohnten Marktbesuch. Viele Marktbeschicker leiden daher unter empfindlichen Umsatzeinbußen, wie es am Samstag immer wieder hieß.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind derweil überall spürbar. Am Reibekuchenstand Genius hat man sich schon auf geringere Kundenströme eingestellt und am Samstag erheblich weniger Kartoffelteig dabei. „Viele Senioren und auch viele Touristen sind nicht gekommen“, bilanziert Inhaberin Claudia Wesseln-Ternirsen. Umsatzeinbußen von 30 bis 40 Prozent schätzt Blumenstand-Betreiber Kevin Hölscher.
Groß ist die Sorge der Markthändler, wie es nun weitergeht. Alle hoffen darauf, dass der Wochenmarkt unter gebotenen Sicherheitsmaßnahmen weiterhin stattfinden kann. Der Krisenstab der Stadt entscheidet indes vor dem Hintergrund der aktuellen Lage kurzfristig.

„Doch wenn wir erst zwei Tage vorher wissen, ob der Markt stattfindet, wäre das für uns eine Katastrophe“, erklärt Georg Uekötter von der gleichnamigen Bäckerei. Denn in der Brotherstellung brauche man unter anderem wegen der Gärprozesse Vorlauf. Und: „90 Prozent unseres Umsatzes machen wir auf Märkten.“ Große Erleichterung schließlich über die aktuelle Nachricht des Krisenstabs, dass der Markt am kommenden Mittwoch stattfinden kann. Der Sprecher der Marktbeschicker, Sebastian Bussmeyer, hofft nun, dass auch die künftigen Wochenmärkte wie geplant laufen: „Denn wir liefern einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung der Menschen.“

Innenstadt-Shopping im Zeichen der Corona-Krise

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  • Sehr überschaubar war die Kundenfrequenz am Samstagmittag in Münsters meistbesuchter Fußgängerzone, der Ludgeristraße.

    Foto: Karin Höller
  • Der strahlende Sonnenschein lockte am Samstagmittag viele Besucher auf den Wochenmarkt auf dem Domplatz. Aber über den gesamten Vormittag bei weitem nicht so viele wie sonst, denn zahlreiche Plätze blieben in den Parkhäusern leer.

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  • Keine Stehtische vor dem Kaffeestand: Die Abstandsmaßnahmen zum Schutz vor weiteren Coronavirus-Infektionen wirkten beim Wochenmarkt auf dem Domplatz.

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  • Helmut Rötters von Winterhof´s Café am Dom freute sich, dass ihm trotz Corona-Krise die Stammkunden die Treue halten. Trotzdem musste er am Samstag rund 60 Prozent Umsatzeinbußen verkraften, wie er sagte.

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  • Aktionssamstag trotz Corona-Krise bei Appelrath Cüpper am Prinzipalmarkt: Die Kunden bekamen an der Candy-Bar Süßes geschenkt.

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  • Bei weitem nicht die Frequenz wie an einem üblichen Samstagmittag herrschte in der Ludgeristraße.

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