Coronavirus
Herzkranke Bloggerin: "Schützt euch, um uns zu schützen"

Münster -

"Ach das Coronavirus ist ja gar nicht so schlimm. Mir passiert schon nichts, ich mache weiter wie bisher", hört man in diesen Tagen immer öfter. Für solche Aussagen hat die 21-jährige Sabrina kein Verständnis. Sie ist mit einem Herzfehler zur Welt gekommen, für sie könnte das Coronavirus tödlich sein. Deswegen ruft die Studentin zu mehr Rücksichtsnahme auf.

Dienstag, 17.03.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 17:26 Uhr
Coronavirus: Herzkranke Bloggerin: "Schützt euch, um uns zu schützen"
Seit Freitag verlässt die 21-jährige Sabrina das Haus nicht mehr. Mit ihrem Herzfehler wäre das Coronavirus für sie lebensgefährlich. Foto: privat

Auf Instagram und Facebook hat Sabrina insgesamt über 12.000 Follower. Sie nutzt die Aufmerksamkeit und bloggt regelmäßig über Themen rund um ihre Krankheit und ihr Leben. Sie klärt und erklärt - und möchte Menschen sensibilisieren.

Kritik für Unterschätzung und Hamsterkäufe

Jetzt äußerte sich die 21-Jährige erstmals in einem Post zum Coronavirus. "Für mich ist es nicht neu, Tage lang nicht aus dem Haus zu gehen oder wegen der Grippesaison besonders auf mich aufzupassen. Das hier ist aber größer", schreibt sie. Sie gehöre zur Risikogruppe, sie habe es satt, dass die Menschen nur von Alten und Kranken sprechen, die das Virus töte. "Ich weiß, wenn ich mich mit dem Virus infiziere, wird es für mich sehr gefährlich und wahrscheinlich werde ich es nicht überleben. Zumal ich mich derzeit mit einigen Lungenproblemen zu kämpfen habe."

Sabrina kritisiert die gesunden Menschen, die sich unachtsam zeigen, die das Virus unterschätzen. Sie hat auch kein Verständnis für deren Hamsterkäufe. "Ich selbst habe einen kleinen Vorrat an Medikamenten und Lebensmitteln. Für mich kann ein Besuch im Supermarkt aktuell lebensgefährlich sein", erklärt Sabrina, die unter dem Namen "Fragments_of_living" bloggt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Warum aber kerngesunde Menschen, 37 Packungen Klopapier oder 20 Päckchen Mehl bräuchten, das erschließe sich ihr einfach nicht.

Während einer Grippewelle ist Sabrina auch immer sehr vorsichtig, desinfiziert sich die Hände nach Busfahrten, wäscht sich noch öfter die Hände - das sei aber Teil einer Routine. Das Coronavirus ist ihrer Ansicht nach gefährlicher. Deswegen verlässt sie seit Freitag auch das Haus nicht mehr. Die Maßnahmen, die die Bundesregierung und die Bundesländer nun veranlassen, kommen nach Sabrinas Meinung vielleicht etwas spät, seien aber genau richtig. Das Gesundheitssystem dürfe nicht überlastet werden.

"Zuhause würde ich das Coronavirus nicht überstehen. Ich bräuchte ein Bett auf einer Intensivstation." Deswegen dürfe es nicht so weit kommen wie in Italien, wo Ärzte teilweise entscheiden müssen, welcher Patient jetzt ein Beatmungsgerät bekommt und welcher nicht.

"Liebe, Verständnis und Solidarität verbreiten"

Menschen, die zu sorglos mit der neuen Gefahr umgehen, "sollen sich mal mit mir unterhalten", sagt Sabrina. Es gehe eben für die meisten Menschen nicht um einen Selbstschutz, sondern um Fremdschutz. "Schützt euch, um uns zu schützen", appelliert die Münsteranerin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auf ihrer Facebookseite fasst Sabrina es noch einmal zusammen: "Wir müssen zusammenstehen, Liebe, Verständnis und Solidarität verbreiten."

Wenn Sie den folgenden Facebook Beitrag ansehen möchten, aktivieren Sie diesen bitte über den Button. Mit der Aktivierung des Beitrags erklären Sie sich damit einverstanden, dass Daten an Facebook übermittelt werden.
Der Facebook-Post wird geladen
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7331394?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker