Staatsanwaltschaft wirft 52-Jährigem Mord aus Habgier vor
Mann soll Tante wegen Darlehens umgebracht haben

Münster -

Einen fünfstelligen Betrag soll ihm seine Tante aus Münster geliehen haben. Als sie diesen zurückforderte, soll er sie getötet haben. Am Montag sagte die Enkelin der getöteten 68-Jährigen im Prozess gegen deren 52-jährigen Neffen aus.

Montag, 16.03.2020, 19:00 Uhr
Staatsanwaltschaft wirft 52-Jährigem Mord aus Habgier vor: Mann soll Tante wegen Darlehens umgebracht haben
(Symbolfoto) Foto: dpa

Aus Habgier soll er im vergangenen Sommer seine Tante aus Münster umgebracht haben, weil diese einen großen Geldbetrag zurückgefordert habe, den sie ihm geliehen hatte. So lautet die Anklage gegen einen 52-Jährigen aus Holm (Schleswig), der sich derzeit vor dem Landgericht verantworten muss. Die Leiche der Frau hatte Ende August 2019 eine Fußgängerin in Schleswig-Holstein gefunden.

In der Sitzung am Montag schien es das Ziel der Vorsitzenden Richterin zu sein, die familiären Verhältnisse der 68-Jährigen zu klären. Doch das sollte sich als gar nicht so einfach herausstellen.

Enkelin sagt aus

Ein sehr enges Verhältnis zu der Verstorbenen pflegte eigenen Angaben zufolge deren Enkelin, die als erste Zeugin gehört wurde: „Ich habe meine Oma sehr oft gesehen.“ Kurz vor dem Verschwinden ihrer Großmutter seien die beiden noch im Urlaub in Kopenhagen gewesen, berichtete die 18-Jährige. Am ersten Wochenende im August 2019 seien sie verabredet gewesen, ihre Oma habe sich nicht gemeldet. Als sie auch am Tag darauf nichts von ihr gehört habe, sei sie zu ihrem Haus gefahren, sagte die Zeugin.

Ihre Oma sei nicht zu Hause gewesen, die Terrassentür war gekippt, Essen habe noch auf dem Herd gestanden. „Das war sehr, sehr untypisch für sie.“ Auch dem Polizeibeamten, der die Vermisstenanzeige der 18-Jährigen aufgenommen hatte, kam das seltsam vor. Man habe zunächst nicht ausschließen können, dass die Frau verreist war, „dagegen sprach aber, dass die Wohnung so hinterlassen wurde“. Das habe nicht zu dem sehr gepflegten Erscheinungsbild gepasst, sagte der Beamte.

Sie hat durchweg gut von ihm gesprochen.

Die Enkelin der Verstorbenen

An dem Freitag, an dem die Angehörigen das letzte Mal von der 68-Jährigen gehört hatten, sei sie mit dem Angeklagten, ihrem Neffen, verabredet gewesen. Der Angeklagte hatte eingeräumt, bei ihr gewesen zu sein. Man habe eine mögliche Kanadareise besprechen wollen, sagte die 18-Jährige. Das Verhältnis zwischen dem Angeklagten und der Verstorbenen sei sehr gut gewesen, sagte sie, ihre Großmutter habe sich auf dessen Besuch gefreut: „Sie hat durchweg gut von ihm gesprochen.“

Sie selbst habe den Mann nur einmal gesehen. Von einem Darlehen habe ihre Großmutter ihr eher beiläufig erzählt: „Sie sagte, dass er große Schulden hat und sie ihm Geld geliehen hat.“ Laut Anklageschrift einen fünfstelligen Betrag. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt.

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