Homeoffice wegen Coronavirus
Fleischfressende Pflanzen am Schreibtisch

Es sind verrückte Zeiten, die uns dieses kleine Coronavirus eingebrockt hat. Unserem Redakteur hat es jetzt Arbeit zu Hause beschert. Eine ganz neue Erfahrung!

Dienstag, 17.03.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 12:17 Uhr
Arbeitet gerade nicht in der Redaktion: Dirk Anger
Arbeitet gerade nicht in der Redaktion: Dirk Anger Foto: privat

Sie auch? Ich seit Montag. Arbeiten von zu Hause! Das erste Mal – wie das wohl bei vielen Hundert Menschen dieser Tage in Münster der Fall ist, die in normalen Zeiten an den Schreibtischen in Büros mit Kollegen ihren Dienst tun. Doch was ist in Zeiten von Corona noch normal?

Für einen Journalisten eröffnet sich jedenfalls eine ganz spezielle Erfahrung. Schließlich liegen die Geschichten doch bekanntlich auf der Straße, wie eine Weisheit dieser Branche der Nachrichtensammler verheißt. Und die hat auch in einer digitalen Welt durchaus noch ihre Berechtigung.

Aber warum nicht mal ein paar Tage fühlen wie der Tiger im Zookäfig? Schließlich soll Vorsicht angesichts der Krise die Mutter der Porzellankiste sein. Vielleicht gilt dieser verstaubte Spruch aktuell mehr denn je, wo ein verwirrendes, klitzekleines Virus die Welt 4.0 lahmlegt und manche Blüten treibt.

Die Idee für meine Heimarbeit hatte eigentlich der Bundesgesundheitsminister. Am späten Freitag fiel ihm das ein. Da forderte das Ministerium von Jens Spahn all diejenigen auf, die in den vergangenen 14 Tagen in Italien, der Schweiz oder Österreich waren, „sich selbst in Quarantäne zu begeben“.

Nun gut, da war ich schon eine Woche wieder hier, wohlgemerkt symptomfrei – nach einer Skitour in den Bergen und an der frischen Luft von Seefeld, die ungefährlicher sein dürfte, als die Jagd auf Toilettenpapier in Discountern oder Drogerien an der Wolbecker Straße. Ob Jens Spahn darüber nachgedacht hat? Aber vielleicht ist das auch nur eine dieser typisch lästigen Journalistenfragen. Es ist doch Krise.

Vogelgezwitscher bei der Arbeit

Also zu Hause bleiben bis Donnerstag, ein Vorgehen zur Risikominimierung. Die hat jetzt allenthalben Konjunktur. Und schließlich gibt es ja Smartphone und Laptop. Auch die Internetverbindung hält. Zumindest in Münster klappt das großteils. Jedenfalls in meinem temporären Büro im Norden der Stadt läuft alles – zwischendurch ein Blick ins Grüne und Vogelgezwitscher. Echter Luxus! Keine Fahrt in die Stadt, eine halbe Stunde mehr Schlaf habe ich dem Bundesgesundheitsminister so zu verdanken – und mitleidsvolle Nachfragen der Kollegen.

Die wähnen mich dem Siechtum verfallen. Dabei vernehme ich gerade putzmunter das Getöse von nebenan, als eine fleischfressende Pflanze meiner Tochter an der Spielkonsole den Garaus bereitet. Eine neue Erfahrung! Arbeiten Sie gerade auch nicht in Ihrem Büro und haben Neues erlebt, dann schreiben Sie mir doch: dirk.anger[at]zeitungsgruppe.ms

Ich würde Ihre Geschichte gerne in der Zeitung erzählen. Und: Bleiben Sie gesund!

Maßnahmen der NRW-Landesregierung

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  • Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Sonntag (22. März) auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 20. April.

    Foto: dpa
  • Schulen und Kitas geschlossen

    Bereits seit Montag (16.3.) sind die Schulen in NRW geschlossen. Die Lehrer blieben im Dienst, zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten etwa oder um digitale Unterrichtsformen durchzuführen.

    Ebenso dürfen Kinder bis zum schulpflichtigen Alter seit Montag nicht mehr in Kitas gebracht werden. Kinder sollten nicht bei Großeltern untergebracht werden.

    Für die Kinder des Personals, das zur Bewältigung der Krise notwendig sei, gibt es besondere Betreuungsangebote.

    Foto: Caroline Seidel
  • Geschäfte und Läden werden geschlossen.

    In Nordrhein-Westfalen sind seit Mittwoch (18.3.) alle Geschäfte und Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen. Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte, Großmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Zeitschriftenhandel und Friseure zum Beispiel bleiben auf. Lebensmittel dürfen sonntags verkauft werden. Aber alle großen Supermarktketten wollen vorerst bei ihren Öffnungszeiten bleiben und nicht sonntags öffnen.

    Foto: dpa
  • Spielplätze

    Alle Spiel- und Bolzplätze sind gesperrt. "Bitte jetzt nicht auf irgendwelche Wiesen ausweichen", mahnte NRW-Familienminister Stamp.

    Foto: dpa
  • Gastronomie

    Restaurants,Bars, Cafés, Kneipen und Amüsier-Etablissements müssen ganz schließen. Nur Lieferung oder Abholung sind noch möglich.

    Foto: dpa
  • Tourismus

    Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Reisebusreisen sind verboten.

    Foto: dpa
  • ÖPNV wird eingeschränkt:

    Der öffentliche Personennahverkehr in NRW wird wegen der Corona-Krise eingeschränkt. Bahn und Busse fahren vielerorts nur noch nach dem Ferien-Fahrplan. Es wird empfohlen, nur noch in dringenden Fällen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Fahrkarten-Kontrollen werden nicht mehr durchgeführt.

    Die Stadtwerke Münster bitten  alle Fahrgäste, in den Stadtbussen bis auf Weiteres nur die hinteren Türen für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. Die erste Tür direkt bei der Fahrerin oder beim Fahrer bleibt vorsorglich geschlossen, im Bus werden keine Tickets mehr verkauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Freizeit

    Per Erlass der Landesregierung sind Veranstaltungen grundsätzlich untersagt, dazu gehören auch alle Konzerte oder Aufführungen.

    Kultureinrichtungen wie Ausstellungen und Kinos sind geschlossen. Auch Tier- und Freizeitparks müssen den Betrieb einstellen, gleiches gilt für Sportanlagen.

    Foto: Matthias Ahlke2
  • Sportbetrieb eingestellt

    Keine Spiele, kein Training. Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen nicht mehr öffnen. Der Sport in NRW steht komplett still.

    Foto: imago-images
  • Gottesdienste abgesagt:

    Es dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Alle religiösen Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres abgesagt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Sommersemester-Start an NRW-Hochschulen verschoben:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch der Start des Sommersemesters an den nordrhein-westfälischen Hochschulen vorerst bis zum 20. April, dem Ende der Osterferien, verschoben.

    Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Operationen verschieben:

    Alle nicht zwingend nötigen Operationen in NRW sollen wegen der Coronakrise auf absehbare Zeit verschoben werden. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). 

    Foto: Georg Wendt
  • Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
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