Prozess gegen 52-Jährigen
Obduktion weist auf Würgevorgang hin

Münster -

Der Prozess gegen einen 52-Jährigen, der seine Tante aus Habgier umgebracht haben soll, wurde jetzt vor dem Landgericht fortgesetzt. Unter anderem hat ein Gerichtsmediziner ausgesagt und Gewalteinwirkung bestätigt.

Mittwoch, 18.03.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 20:02 Uhr
(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: dpa

Mit Tränen in den Augen verließ die 57-Jährige am Mittwoch den Zeugenstand. Sie hatte in dem Prozess gegen einen 52-jährigen Mann aus Holm (Schleswig-Holstein) ausgesagt, der im August 2019 seine 68-jährige Tante aus Habgier ermordet haben soll. Die Zeugin war nach eigenen Angaben eine „richtig gute Freundin“ des Opfers.

Die Zeugin konnte vor Gericht detaillierte Angaben machen: So habe sie am Tat-Tag ein Auto mit dem Kennzeichen des Landkreises vor der Tür stehen sehen, aus dem der Angeklagte stammt. Einige Tage später habe sie sich Sorgen um ihre Freundin gemacht und die Wohnung der Verstorbenen betreten. Die Terrassentür sei offen gewesen, auf dem Herd habe noch eine Pfanne gestanden. „So hätte Sie niemals das Haus verlassen“, war sich die Zeugin sicher.

„Schwieriges Verhältnis“ zur Tochter

Auch das laut Zeugin „schwierige Verhältnis“ der 68-Jährigen zu einer ihrer Töchter wurde thematisiert. Wie die 57-Jährige aussagte, habe die Verstorbene manchmal Angst vor ihrer Tochter gehabt. Diese habe psychische Erkrankungen und sei laut Zeugin mehrfach mit der Verstorbenen aneinandergeraten. Wann Mutter und Tochter sich zuletzt gesehen haben, wusste die Zeugin nicht.

Ausgesagt hat auch der zuständige Rechtsmediziner. Er habe bei der Obduktion Verletzungen des Kehlkopfes sowie des Zungenbeines festgestellt. „Aus rechtsmedizinischer Sicht sind das typische Hinweise auf Gewalteinwirkung“, lautete sein Fazit. Es sei das Bild, „das wir am häufigsten bei einem Würgevorgang sehen“. Die Anklage wirft dem 52-Jährigen vor, seine Tante mit stumpfer Gewalt gegen den Hals getötet zu haben.

Steile Böschung

Danach soll der Angeklagte das Opfer mit seinem Auto nach Schleswig-Holstein gebracht und dort eine Böschung hintergestoßen haben. Eine Fußgängerin hatte den Leichnam dort Ende August entdeckt. Das bestätigte dem Gericht am Mittwoch auch ein Polizeibeamter, der am Fundtag im Dienst war. Demnach handele es sich um eine abgelegene Straße mit steiler Böschung, die direkt an einen See grenzt.

Der Prozess wird am 25. März fortgesetzt.

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