Prozess zum Brand im B&B-Hotel
Mutmaßliches Opfer sagt aus

Münster -

Im Prozess gegen einen 36-jährigen Hotelbetreiber, der seine Frau angezündet haben soll, hat am Donnerstag das Opfer ausgesagt. Sie hat berichtet, wie sie den mutmaßlichen Übergriff erlebt hat.

Donnerstag, 19.03.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 16:48 Uhr
Prozess zum Brand im B&B-Hotel: Mutmaßliches Opfer sagt aus
Foto: Helmut Etzkorn

Ein Teil ihres Gesichtes und ihres Halses sind von einer hautfarbenen Maske bedeckt, die Spuren der schweren Verbrennungen verdecken. Das Sprechen fällt der 43-Jährigen zuweilen schwer, sie bittet die Richter nach etwa einer halben Stunde um eine Verhandlungspause.

Als Zeugin sagte am Donnerstag die Frau aus, die am 11. August im B&B-Hotel am Albersloher Weg von ihrem Ex-Mann und damaligem Betriebsleiter des Hotels mit Benzin überschüttet und angezündet worden sein soll (wir berichteten).

Ihren unter anderem wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht angeklagten Ex-Mann (36) schaut die aus Russland stammende Frau nicht an und erzählt in gebrochenem Deutsch, wie sie den mutmaßlichen Übergriff erlebt habe: In Unterwäsche habe sie im Schlafzimmer seiner Betriebsleiterwohnung gestanden, als sie ihr Ex mit einer Flüssigkeit im Brustbereich „angeschüttet“ habe. Sie habe sich aufs Bett gesetzt – „nach einer Minute spürte ich, dass mein Hintern brennt“, sagte sie. Der 36-Jährige habe erklärt: „Das ist nicht so schlimm. Gleich wird es noch mehr brennen.“ Erinnern könne sie sich dann erst wieder daran, dass sie im Krankenhaus – einer Spezialklinik für Brandopfer in Dortmund – aufgewacht sei.

Frau berichtet von Eifersucht

Der Angeklagte, mit dem die Erzieherin mehrere Jahre lang verheiratet war, soll laut Gericht der Polizei erklärt haben, seine Ex-Frau habe in Flammen gestanden, weil die Klimaanlage kaputt gewesen sei. Als die Frau angefangen habe zu brennen, will er versucht haben, die Flammen zu löschen.

Ausführlich erzählte die Frau, dass ihr aus Marokko stammender Ex häufig eifersüchtig gewesen sei, sie beleidigt und geschlagen habe. Ein Grund sei gewesen, dass sie sich seiner Auffassung nach nicht zurückhaltend genug gekleidet habe. Nach der Scheidung kehrte sie aber offenbar immer wieder zu ihm zurück. Sie habe sogar eingewilligt, ihn erneut zu heiraten.

Dich zu töten wäre zu leicht. Ich mache es so, dass Du Dich quälst, jeden Tag.

Das soll der Angeklagte laut Opfer gesagt haben

Dabei habe der 36-Jährige ihr mehrmals gedroht. So habe er gesagt: „Ich weiß, wie es enden wird. Einer von uns geht ins Grab und der andere in den Knast.“ Auch soll er angekündigt haben: „Dich zu töten, wäre zu leicht. Ich mache es so, dass Du Dich quälst, jeden Tag.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7335267?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker