Kampagne von „Fridays for Future“
„Solidarität ist keine Einbahnstraße“

Münster -

„Fridays for Future“ – das steht eigentlich für Klimastreik. Daran ist in Zeiten des Coronavirus nicht zu denken. Doch die Initiative engagiert sich weiterhin.

Freitag, 20.03.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 20:31 Uhr
Klimademos wie diese wird es in Münster nicht so bald geben – das Coronavirus verhindert auch dies.
Klimademos wie diese wird es in Münster nicht so bald geben – das Coronavirus verhindert auch dies. Foto: Pjer Biederstädt

Die Initiative „Fridays for Future“ hat sich gegründet, um die Klimapolitik voranzutreiben. Auch in Münster ist sie seit mehr als einem Jahr aktiv. Doch in Zeiten des Coronavirus bleiben die Plakate im Schrank: An Mahnwachen – gar Großdemonstrationen – ist jetzt und in den kommenden Wochen nicht zu denken. Die Mitstreiter der Initiative arbeiten jedoch weiter. „Wir wollen nicht untätig bleiben“, sagt Jörg Rostek bei einer Pressekonferenz, die per Videokonferenz stattfindet.

Deshalb startet „Fridays for Future“ eine Kampagne, mit der Nachbarschaftshilfe gefördert werden soll. Das Motto: „Eine Hand wäscht die andere – Generationengerechtigkeit leben.“

Reichweite nutzen

„Es geht darum, dass alle solidarisch sind“, erläutert Steffen Lambrecht. Denn: „Solidarität ist keine Einbahnstraße.“ Die Initiative fordere beim Klimaschutz Solidarität älterer Menschen ein, die von den Folgen des Klimawandels vielleicht nicht mehr so sehr betroffen sein werden. Und genauso werde nun von jungen Menschen Solidarität für die eingefordert, die zur Risikogruppe gehören und durch das Coronavirus stärker gefährdet sind, so Lambrecht.

Dafür kooperiert „Fridays for Future“ mit der Internetplattform „nebenan.de“. Sie bietet die Möglichkeit, ein nachbarschaftliches Netzwerk aufzubauen. „Bundesweit sind bereits 1,3 Millionen Menschen dort Mitglied, Tausende auch in Münster“, erläutert Jörg Rostek. Doch er ist sich sicher: „Da geht noch mehr.“

Die Initiative möchte ihre Reichweite – mehr als 14 000 Menschen folgen ihr in den sozialen Medien – nutzen, damit die Nachbarschaftshilfe weiter angekurbelt wird. Ob Einkaufshilfe oder der Tausch von Brettspielen gegen Langeweile – die Möglichkeiten sind laut Rostek vielfältig. Auch mit Flyern soll die Kampagne verbreitet werden.

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