Vapiano-Muttergesellschaft zahlungsunfähig
Filialen in Münster nicht betroffen - Schließung wegen Coronavirus

Münster -

Zwei Restaurants in Münster gehören zur Kette Vapiano, die aktuell in schweren wirtschaftlichen Turbulenzen ist. Allerdings sind die Restaurants in Münster, die von einem selbstständigen Franchise-Nehmer betrieben werden, nicht deshalb, sondern wegen der Corona-Krise bereits seit Dienstagabend auf behördliche Anordnung geschlossen.

Freitag, 20.03.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 13:33 Uhr
Die Türen bleiben im Vapiano an der Königsstraße (Foto) und am Hafen geschlossen.
Die Türen bleiben im Vapiano an der Königsstraße (Foto) und am Hafen geschlossen.

Update (Samstag, 17.40 Uhr): Die Corona-Krise hat die Situation um die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano, die sich auf Speisen italienischer Art spezialisiert hat, dramatisch verschärft. Die Vapiano SE kämpft gegen die Insolvenz, wie das Unternehmen mitgeteilt hat. Allerdings verweist der Franchisenehmer der beiden münsterischen Restaurants darauf, dass die zwei Lokale in der Domstadt wegen der Anordnung der Stadtverwaltung im Zuge der Corona-Krise am Dienstag geschlossen wurden. „Wir sind weder zahlungsunfähig noch insolvent“, so die Aussage des nach eigenen Angaben selbstständigen Betreibers der Vapiano-Restaurants in Münster und Osnabrück. Unterdessen hofft die anscheinend zahlungsunfähige Vapiano SE auf schnelle Staatshilfe.

Ursprungsmeldung: Die Corona-Krise hat die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano, die sich auf Speisen italienischer Art spezialisiert hat, offensichtlich in die Insolvenz getrieben. Geschlossen wurden bereits am Dienstagabend die beiden Lokale an der Königsstraße und am Hafen. Am Freitag meldete das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit und hofft zugleich auf schnelle Staatshilfe.

„Aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs ist zum heutigen Tag der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit für die Vapiano SE eingetreten“, teilte das Unternehmen am Freitag in Köln mit. Zugleich richtete die Restaurantkette ihren „dringenden Appell an die Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise“. Der Vorstand hofft damit, den innerhalb von drei Wochen gebotenen Insolvenzantrag doch noch abwenden zu können, wie es heißt.

Weltweit seien zwischenzeitlich mehr als 230 Restaurants geschlossen worden. Seit Donnerstagabend seien alle 55 Betriebe in Deutschland zu, die beiden münsterischen Filialen bereits zwei Tage eher.

Hinter den großen Glasscheiben an der Königsstraße gab es am Freitag dennoch Bewegung. Es gebe noch einiges zu tun, erklärte eine Mitarbeiterin auf Anfrage. Wie viele Beschäftigte in Münster in den beiden Restaurants betroffen sind, war am Freitag indes nicht zu erfahren.

Bereits seit dem Jahr 2015 hatte sich die Lage der börsennotierten deutschen Gas­tronomiekette schrittweise verschlechtert. Berichte über hygienische Missstände und schlechte Arbeitsbedingungen lösten geschäftliche Schwierigkeiten aus.

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