Prozess gegen Hotelbetreiber
Hotelgäste: Opfer war in fürchterlichem Zustand

Münster -

Am Freitag wurde der Prozess gegen den ehemaligen Betreiber des B&B-Hotels fortgesetzt. Er soll seine Frau angezündet haben. Zeugen berichteten vor Gericht vom fürchterlichen Zustand der Verletzten.

Freitag, 20.03.2020, 17:45 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 18:50 Uhr
hotelbrand münster
hotelbrand münster Foto: Helmut Etzkorn

Die Feuersirene des Hotels und dichter, dunkler Qualm, der aus einem Erdgeschossfenster drang, waren erst einmal alles, was die Gäste tief in der Nacht auf den 11. August wahrnahmen. Die rund 50 Personen verließen das Gebäude, dann trafen Notärzte, Feuerwehr und Polizei ein. Zwei Wehrleute trugen schließlich das Brandopfer hinaus – eine heute 43 Jahre alte Frau aus Hessen.

Im Schwurgerichtsverfahren am Landgericht gegen den früheren Betriebsleiter des B&B-Hotels am Albersloher Weg wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Frau (wir berichteten) sagten am Freitag Gäste und Polizisten als Zeugen aus.

„Die Frau wurde an den Füßen und den Händen, mit dem Gesicht nach unten, aus dem Haus getragen“, sagte eine 54-Jährige aus Bocholt, die in der Nacht Hotelgast war. Ihr Ehemann (56) beschrieb seinen Eindruck vom fürchterlichen Zustand des Opfers so: „Die Haut der Frau war schwarz. Sie sah aus, als würde sie einen schwarzen Neoprenanzug tragen.“ Es waren Verbrennungsspuren der Benzinflammen auf der Haut.

Schwere Verbrennungen

Eine Gutachterin der Rechtsmedizin hatte am Vortag dargelegt, dass die Frau eine rund 40-prozentige Verbrennung ihrer Körperhaut erlitt. Ein Gutachten von Fachleuten aus der Heimatregion des Opfers in Hessen nenne 43 Prozent. Die Frau sei lebensgefährlich verletzt worden. Sie hätte angesichts der großen Hautzerstörungen sterben können.

Nichts zu den Vorwürfen gegen ihn hat bisher der 36 Jahre alte Ex-Mann des Opfers gesagt – er will dies laut seiner Anwältin im Laufe des Verfahrens aber noch tun. Der Mann lebte in der Mitarbeiterwohnung, in dem das Feuer entstand.

Hunde erschnüffeln Brandbeschleuniger

Ein Polizist der Spurensicherung erklärte, dass „in der Küche sieben Feuerzeuge und noch eines auf dem Flur“ gefunden worden seien. Im Schlafzimmer, in dem der Angeklagte seine Ex mit Benzin angeschüttet und in Brand gesetzt haben soll, sei der Boden eines Kanisters gefunden worden. Der Rest sei verschmort gewesen. Spuren von Brandbeschleuniger hätten speziell dafür ausgebildete Spürhunde in der Wohnung an mehreren Stellen erschnüffelt, erklärte der Hundeführer aus Einsätzen nach dem Brand.

Das Opfer sei teils für das Leben entstellt, hatte die Rechtsmedizinerin erläutert. Hals, Schultern und Oberarme der Erzieherin trugen schwere Verbrennungen davon. Allerdings gebe es Behandlungen, ihren Zustand insgesamt so zu verbessern, dass die Spuren im alltäglichen Umgang mit Menschen nicht mehr so sehr zu sehen seien.

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