Neue Pläne des Krisenstabs
Quarantäne und Pflege in Hotels

Münster -

In China haben sich Unterbringungszentren während der Corona-Krise als sehr effektiv erwiesen. Jetzt bereitet sich auf die Stadt Münster darauf vor, Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen in Quarantäne zu schaffen.

Freitag, 20.03.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 20:17 Uhr
Stadtrat Wolfgang Heuer ist Leiter des Krisenstabs
Stadtrat Wolfgang Heuer ist Leiter des Krisenstabs Foto: Matthias Ahlke

Viele neue Corona-Infizierte – das bedeutet auch viele neue Quarantänefälle. Nicht alle der Menschen, die sich wegen des Kontakts mit Infizierten werden isolieren müssen, können sich selbstständig versorgen – etwa wenn sie allein leben. Für sie und auch für Personen, die sich angesteckt haben, aber nicht schwer erkrankt sind, will die Stadt nun Unterbringungsmöglichkeiten organisieren. „Wir werden in den nächsten Tagen soweit sein“, sagt Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer.

Die Bereitstellung von entsprechenden Immobilien – Hotels oder Schulgebäuden, die gerade nicht gebraucht werden, werde aktuell im Krisenstab vorbereitet.

Entlastung für Krankenhäuser

Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Münster (UKM), Prof. Dr. Hugo Van Aken, betont, dass dadurch die münsterischen Krankenhäuser und auch Arztpraxen entlastet werden könnten. „Wir sichern so die Kapazitäten für die Erkrankten, die wirklich im Krankenhaus behandelt werden müssen“, erläutert Van Aken, der mit Blick auf die Corona-Krise für alle Hospitäler in Münster spricht. Ein ehemaliger Mitarbeiter des UKM, ein Chinese aus Wuhan, habe aktuell gerade noch einmal berichtet, dass sich die Einrichtung solcher Unterbringungszentren in seiner Heimatstadt, wo das Corona-Virus um die Jahreswende ausbrach, als sehr effektiv erwiesen hätten.

In den neuen Einrichtungen könnten auch leicht Erkrankte durch medizinisch sachkundige Helfer unterstützt werden. Im UKM haben sich nach einem Aufruf rund 1200 Medizinstudenten gemeldet, die freiwillig helfen wollen. Die Medizinstudenten, haben in aller Regel Pflegepraktika absolviert, über 100 der Freiwilligen sogar eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Krankenpflege, so Van Aken,

Auch die Stadt Münster freut sich über große Hilfsbereitschaft: „Wir haben schon mehrere Angebote von Gebäudeeigentümern und Hoteliers erhalten, Immobilien zu nutzen, auch kostenlos“, berichtet Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer. Das sei für ihn ein gutes Signal, „dass ich jetzt viele in der Verantwortung sehen“.

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