Ordnungsamt trifft kaum Menschen an
Münsteraner halten sich in der Corona-Krise an die Spielregeln

Münster -

Auch in Münster drohte eine Ausgangssperre. Doch die Münsteraner haben sich an diesem Wochenende vorbildlich verhalten. So lautet das das Fazit des Ordnungsamtes nach einem Streifzug durch die Stadt.

Sonntag, 22.03.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 11:19 Uhr
Alexander Schenk (links) und Thomas Mücke vom Ordnungsamt auf Streife im Nordpark. Die Spielplätze sind leer, auch in den Parks sind nur wenige unterwegs.
Alexander Schenk (links) und Thomas Mücke vom Ordnungsamt auf Streife im Nordpark. Die Spielplätze sind leer, auch in den Parks sind nur wenige unterwegs. Foto: hpe

Die Ausgangssperre drohte und Münster hat die „verordneten Spielregeln vorbildlich eingehalten“, so das Fazit von Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer am Sonntagnachmittag. Die befürchteten Menschenansammlungen an den üblichen Hotspots in Parks, der Innenstadt und auf Spielplätzen gibt am Wochenende so gut wie gar nicht.

Trotz Sonnenschein und optimalem Ausflugswetter zum Frühlingsbeginn befolgt die Bevölkerung eine entsprechende städtische Aufforderung, Plätze und Parks zu meiden und sich nicht in größeren Gruppen zu versammeln.

Thomas Mücke und Alexander Schenk vom Ordnungsamt sind am Samstag auf „Corona-Streife“ unterwegs. Erste Station Aaseewiesen. Auf den Bänken im Schatten der Kugeln sitzen vereinzelt Pärchen, andere liegen mit Abstand auf der Wiese und genießen trotz kaltem Ostwind die Sonnenstrahlen. „Alles mit Abstand, keine Grüppchenbildung ist zu erkennen. Einfach vorbildlich und so, wie es sein soll“, bewertet Mücke. Ein paar Jogger sind unterwegs, auf den Aaseetreppen hocken gerade mal vier Menschen.

Schilder an Spielplätzen und Parks

Ähnlich sieht es im Südpark aus. Das Team fährt die Wege ab, sieht vereinzelt Spaziergänger mit Hunden, aber kein Partyvolk. Auch die Spielplätze sind leer, niemand turnt auf den Geräten. Überall sind Hinweisschilder mit einem entsprechenden Betretungsverbot angebracht. „Schilder müssen reichen, weil es einfach nicht genug Absperrbänder für alle städtischen Flächen gibt“, so Mücke. Und weil die Botschaft ankommt, sind keine härteren Maßnahmen wie in Dorsten notwendig. Dort hat die Stadt Spielgeräte und Bänke demontiert, weil sich viele Eltern nicht an die verschärften Corona-Regeln gehalten haben.

Wechsel in den Nordpark. Die Feuerstellen sind verwaist, auf den Klettergerüsten sitzen nur Tauben und die Wege sind fast menschenleer. Ein junges Damentrio fällt dann doch auf. Sie sonnen sich auf einer Decke. „Zu wenig Abstand, bitte geht weiter auseinander“, ordnet Mücke an. Die Botschaft wird verstanden, kein Problem für die Ordnungshüter und die drei Sonnenanbeterinnen. „Die Lage ist aus unserer Sicht einfach perfekt“, meint Schenk. Und natürlich spiele auch das Wetter mit. Bei 20 Grad und lauschiger Abendstimmung hätte es am Aasee sicher anders ausgesehen, als an diesem doch sehr frischen Nachmittag.

Wenn wir alle achtsam sind, haben wir es schneller hinter uns.

Bernd Maiwinkel

„Die Menschen scheinen die Informationen aus den Medien zu befolgen und wollen verschärfte Ausgangsregelungen offensichtlich vermeiden“, so das Fazit der beiden Ordnungshüter am Ende der Streifenfahrten.

Bei den Passanten kommen die Kontrollen offenbar gut an. Bernd Maiwinkel, unterwegs mit Nordic-Walking-Stöcken, findet die Präsenz der Kontrollbehörde „völlig in Ordnung“. Maiwinkel: „Wenn wir alle achtsam sind, haben wir es schneller hinter uns“, ist er überzeugt.

Knapp ein Dutzend Platzverweise

Insgesamt musste das Ordnungsamt laut Heuer „ein knappes Dutzend Platzverweise“ verhängen. Auf eine Freifläche in Gievenbeck wurde ein Fußballspiel aufgelöst, dort kickten acht Jugendliche. „Schritt für Schritt wird es besser, die Menschen halten sich immer deutlicher an die Corona-Beschränkungen“, so Heuer.

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