Aufruf nach Besuchsverbot
Postkarten und Videobotschaften für Altenheim-Bewohner erwünscht

Münster -

Die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Infiziertenzahlen treffen auch die Altenheime stark. So wurde ein Besuchsverbot erlassen. Deswegen mehren sich jetzt Aufrufe, den Besuchern Video-Botschaften, Sprachnachrichten oder Postkarten zu schicken.

Montag, 23.03.2020, 12:52 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 14:07 Uhr
Aufruf nach Besuchsverbot: Postkarten und Videobotschaften für Altenheim-Bewohner erwünscht
Laura Purschke bittet um Video-Botschaften, Sprachnachrichten oder Texte für die Bewohner des Klarastifts. Foto: privat

Seit gut einem Jahr betreiben Daniel Drungels und Laura Purschke einen Instagram-Account für das Altenheim Klarastift in Münster. Vor einigen Tagen riefen die beiden Pflegekräfte, wie viele andere Institutionen, in einem Post in dem sozialen Netzwerk dazu auf, zu Hause zu bleiben. "Wir haben uns dann zusätzlich überlegt, was man noch machen könnte", erklärt Daniel Drungels. Für das Besuchsverbot in Altenheimen haben die Mitarbeiter und Bewohner zwar volles Verständnis, "tragisch" sei dies trotzdem.

Nachrichten bei WhatsApp erwünscht

"Für viele alte Leute ist es schon schwer, wenn sie plötzlich keinen direkten Kontakt mehr zu den Angehörigen haben", so Drungels. Und über das Internet kommuniziere von den aktuell 98 Bewohnern des Klarastifts, auch so gut wie niemand. Also hatten er und seine Kollegin Laura Purschke die Idee, den Angehörigen die Möglichkeit zu bieten, Videos, Sprachnachrichten oder Texte zu schicken. Die können die Mitarbeiter des Klarastifts dann den Bewohnern vorspielen, vorlesen oder zeigen.

Wie das alles so funktioniere, dass verstehen die meisten Bewohner nicht verstehen. Aber das sei egal. Über Nachrichten oder Videobotschaften würden sich die Menschen im Klarastift garantiert freuen, ist sich Drungels sicher. Und nicht nur Angehörige oder Bekannte könnten sich melden. "Jede nette Botschaft ist willkommen", so Drungels. Videos, Sprachnachrichten oder nette Texte nehmen Drungels und Purschke unter 01578 0690312 bei WhatsApp entgegen.

Postkarten gegen Einsamkeit

"Wir bitten allerdings darum, von Anrufen abzusehen. Die können wir neben unserer Arbeit mit den alten Menschen nicht auch noch entgegennehmen", erklärt Drungels. Dem Aufruf auf Instagram sei bis jetzt noch niemand gefolgt. "Aber das liegt wohl daran, dass unsere Reichweite auf dieser Plattform nicht so groß ist und wir erst nur die Angehörigen angesprochen haben", glaubt Drungels, der hofft, dass sich dies jetzt ändert und bald die ersten WhatsApp-Nachrichten eintrudeln.

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Daniel Drungels Foto: privat

Einen ähnlichen Aufruf wie das Klarastift macht Ina Hellmann. Die Nachbarin einer Altenpflegerin des Johanniter-Stifts möchte den 87 Bewohnern des Heims eine Freude machen. Deshalb ruft sie Kinder, besonders aus der Nachbarschaft, dazu auf, Postkarten zu gestalten. Diese möchte sie dann den Bewohnern zukommen lassen. "Ich würde mich riesig freuen, wenn ganz viele dabei sind, um sich selbst ein wenig die Langeweile und den älteren Leuten die Einsamkeit zu nehmen. Aktiv werden können wir auch von zu Hause", schreibt Hellmann auf einem ausgehängten Plakat zur ihrer Aktion "Grüße von nebenan". Mehr Informationen dazu gibt es auf der eigens angelegten Website www.kartenaktion.wordpress.com .

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