Stadt beruft „Krisenstab Wirtschaft“ und plant Soforthilfen
Unternehmen können Gewerbesteuer später zahlen

Münster -

Die Corona-Krise trifft auch in Münster viele Unternehmer schwer. Die Stadt hat deshalb jetzt einen „Krisenstab Wirtschaft“ eingerichtet. Auch erste Maßnahmen zur Soforthilfe wurden bereits beschlossen.

Donnerstag, 26.03.2020, 09:06 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 09:10 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe hat einen „Krisenstab Wirtschaft“ eingerichtet.
Oberbürgermeister Markus Lewe hat einen „Krisenstab Wirtschaft“ eingerichtet. Foto: Oliver Werner

Oberbürgermeister Markus Lewe hat einen „Krisenstab Wirtschaft“ einberufen, der die ökonomischen Folgen der Corona-Krise  abfedern soll. In seiner ersten Sitzung hat sich das Gremium laut einer Mitteilung der Stadt darauf verständigt, dass Unternehmen auf Antrag ihre fälligen Gewerbesteuerzahlungen bis zum Ende des laufenden Jahres verschieben dürfen. Die Stundung wird zinslos gewährt, kann also ohne zusätzliche Kosten in Anspruch genommen werden.

„Auch hinsichtlich der Vergnügungssteuer und der Beherbergungssteuer wird die Stadt Münster vorhandene Ermessensspielräume maximal ausschöpfen, sodass die lokale Wirtschaft spürbare Entlastung erfährt und Arbeitsplätze gesichert werden können“, verspricht Markus Lewe in der Mitteilung. Schon jetzt führe die Krise in etlichen Wirtschaftsbereichen zu teilweise existenzbedrohenden Schieflagen einzelner Gewerbetreibender. Beispielsweise können Restaurants, die wegen der Corona-Krise vorübergehend schließen mussten, derzeit kaum Geschäft machen. Dennoch laufen die Kosten der Inhaber weiter. Lewe: „Solchen Wirtschaftsbetrieben kann die Stadt mit dem steuerlichen Entgegenkommen unbürokratisch und schnell helfen.“

Informationsangebot für Unternehmen

In dem neuen „Krisenstab Wirtschaft“ berät Lewe  sich ab sofort mit Stadtkämmerin Christine Zeller, den beiden Hauptgeschäftsführern der Industrie- und Handelskammern, Dr. Fritz Jäckel und Thomas Banasiewicz, dem Vorstandsmitglied der Sparkasse, Klaus  Richter, sowie dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Dr. Thomas Robbers. Oberstes Ziel des Gremiums ist, trotz der Corona-Krise die gesunde Wirtschaftsstruktur und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Die Stadt und die Wirtschaftsförderung bauen ein Informationsangebot für Unternehmen und für hilfebedürftige Bürger auf, das in ständig aktualisierter Form über weitere  Hilfestellungen, Antragsmodalitäten und Beratungskontakte informieren soll. Auch Bund und Land stellen Hilfsgelder zur Verfügung, die nicht zurückgezahlt werden müssen. 

Auswirkungen auf städtischen Haushalt

Stadtkämmerin Zeller: „Leider wird die Corona-Krise auch erhebliche Auswirkungen auf den städtischen Haushalt haben, die sich gegenwärtig noch nicht kalkulieren lassen.“ Neben zusätzlichen Ausgaben etwa für Hilfseinrichtungen rechnet die Stadt auch mit wegbrechenden Steuereinnahmen.

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