Kunstprofessor Ulrich Erben wird 80 Jahre alt
Sprache entspringt Persönlichkeit

Münster -

Ulrich Erben ist einer der letzten großen, international bekannten Maler der abstrakten Kunst. Von 1980 bis 2005 war er Professor für Malerei an der Kunstakademie Münster. Am Donnerstag (26. März) Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

Donnerstag, 26.03.2020, 11:42 Uhr
25 Jahre lang lehrte Ulrich Erben als Professor an der Kunstakademie Münster.
25 Jahre lang lehrte Ulrich Erben als Professor an der Kunstakademie Münster. Foto: Helga Meister

„Der Fundus des Gewesenen ist sehr groß, aber jeder von uns findet in ihm letztlich etwas Einmaliges, das ihm verwandt erscheint und ihn so auch bindet in einer Art unzeitlicher Gemeinschaft.“ Ulrich Erben ist einer der letzten großen, international bekannten Maler der abstrakten Kunst. Von 1980 bis 2005 war er Professor für Malerei an der Kunstakademie Münster. Am Donnerstag (26. März) Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

Erben nahm seinen Unterricht sehr ernst. Umfassend gebildet, lebte er ein aufgeklärtes Traditionsbewusstsein vor und zitierte Heine, wenn er sagte, man solle von Leuten lernen, die Erfahrungen haben, – und das Gegenteil tun. Erben verstand sich als Primus inter Pares. Seine Studierenden arbeiteten frei, experimentierfreudig, keinem Stil oder Materialzwang unterworfen. Viele von ihnen schwirrten aus, um ihrerseits Professoren zu werden, wie Heike Kati Barath und Stephan Baumkötter in Bremen oder Susanne Windelen und Antonia Low in Stuttgart. Sie hatten den Leitspruch ihres Lehrers verinnerlicht, dass die individuelle Sprache nur der eigenen Persönlichkeit entspringt.

In Münster hat er unterrichtet, aber nie gemalt. Sein Werk entstand in Düsseldorf, im Atelier über dem von Günther Uecker. Seine zweite Heimat ist Bagnoregio, der Geburtsort des großen Mystikers San Bonaventura. Die spezifische „Italianità“, dieses untrügliche Gespür für bildliche Proportionen, ist Teil seiner Kunst. Erben ist kein Romantiker, sondern ein genauer Beobachter. Die Erinnerung an urbane Räume und an die Landschaft sind wichtig, und das Gesehene fließt in die Bilder ein.

Mit weißen Bildern wurde er bekannt, unter denen allerdings zahlreiche Farbschichten verborgen waren. Er entwickelte sich zum Künstler der differenzierten Töne in klar definierten Formen. In den 1990er Jahren zeigte er diese Bilder auch in Münster. Seine Triumphe mit der Farbe aber feierte er andernorts, zuletzt im Josef Albers Museum in Bottrop. Dort präsentierte Erben Gemälde, die von der syrischen Wüste inspiriert waren. Nun scheint die Farbe im Untergrund fast zu versinken, um eine andere wie magisch hervorzuholen. Rechtecke werden schräg angeschnitten, damit sie innerhalb des Bildes Bewegung suggerieren. Zwischentöne und latente Rhythmen tauchen auf.

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