Prozess um getötete Münsteranerin
Keine Spuren im Wagen des Angeklagten

Münster -

Wegen einer geforderten Rückzahlung eines Darlehens soll ein 52-Jähriger seine Tante aus Münster ermordet haben. Es gibt sowohl einen Darlehensvertrag als auch eine Zahlungsforderung der Verstorbenen. Außerdem brachte die Kreditkarte des Angeklagten die Ermittler auf einen verdächtigen Einkauf.

Freitag, 27.03.2020, 18:03 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 18:39 Uhr
Prozess um getötete Münsteranerin: Keine Spuren im Wagen des Angeklagten
Foto: Gunnar A. Pier

In dem Prozess gegen einen 52-Jährigen aus Holm, der seine Tante aus Münster im vergangenen August umgebracht und nach Schleswig-Holstein gebracht haben soll, hat am Freitag vor dem Landgericht der Leiter der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux, ausgesagt. Dem Angeklagten wird Mord aus Habgier vorgeworfen: Er soll seine Tante getötet haben, weil diese die Rückzahlung eines privaten Darlehens gefordert habe.

Einen von dem Angeklagten unterzeichneten Vertrag über ein entsprechendes Darlehen in Höhe von  25. 000 Euro habe er bei einer Durchsuchung gefunden, sagte Bux. Aus auf dem Handy der Verstorbenen gespeicherten Chatverläufen ging hervor, dass sie ihren Neffen mehrfach um eine Teilrückzahlung des Darlehens gebeten hatte, auf die er ausweichend reagiert hatte.

Verdächtiger Einkauf des Angeklagten

Der Angeklagte hatte im Vorfeld bereits eingeräumt, seine Tante am mutmaßlichen Tattag Anfang August mittags besucht zu haben, das hatte auch deren Enkelin bestätigt. Wie Kriminalhauptkommissar Bux berichtete, habe der 52-Jährige zudem angegeben, nach dem Besuch noch bei deren Tochter in Münster gewesen zu sein. Die Ermittler konnten anhand einer Kreditkartenzahlung allerdings nachvollziehen, dass er um 17 Uhr an der Tankstelle Münsterland-Ost an der A1 in Richtung Norden getankt hatte, so Bux. Es sei zeitlich unmöglich, die Entfernung von dem Haus der Verstorbenen zu deren Tochter und zu der Tankstelle zurückzulegen: „Wer die Verkehrslage in Münster kennt, weiß, dass man das nicht schaffen kann.“

Eine Zahlung mit der Kreditkarte belegte auch einen verdächtigen Einkauf des Angeklagten. Einen Tag vor der Tat hatte der 52-Jährige in einem Baumarkt unter anderem Gewebeplane und Kabelbinder gekauft. Weil der Leichnam der 68-Jährigen über einen längeren Zeitraum transportiert worden sei, „gehe ich davon aus, dass die Leiche in einer Plane aus dem Haus und in im Kofferraum transportiert wurde“, so Bux. Eine Plane hätten die Beamten bei einer daraufhin beantragten Durchsuchung auch gefunden – jedoch keine Spuren. Die Spürhunde hätten weder an der Plane noch in dem Wagen des Angeklagten etwas angezeigt.

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