AStA hilft in der Corona-Krise
Vielen Studierenden droht finanzielle Not

Münster -

Viele Studierende trifft die Corona-Krise hart, weil sie keine Nebenjobs mehr ausüben können. Der AStA betont, dass es Möglichkeiten gebe, die Betroffenen schnell und unkompliziert zu unterstützen.

Sonntag, 29.03.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 16:42 Uhr
Luca Horoba (26) ist Referent für Soziales.
Luca Horoba (26) ist Referent für Soziales. Foto: Renée Trippler

„Ich telefoniere seit der letzten Woche jeden Tag mit zehn bis 15 Studierenden, die nicht mehr wissen, wie sie sich finanzieren sollen“, sagt Luca Horoba. Er ist Referent für Soziales, Wohnraum und Partizipation des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Universität Münster und hat die Sozialberatung des AStA übernommen. Er erlebt täglich Verzweiflung.

Studentenjobs fallen ersatzlos weg

Die Corona-Krise betreffe Studierende gleich mehrfach: einerseits, weil sie den Studienalltag- und den Fortschritt beeinflusst. Vor allem aber, weil viele ihre Nebenjobs nicht mehr ausüben können. „Das Problem ist, dass die Studierenden oft in Minijobs oder als Werkstudenten beschäftigt sind und deshalb keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben“, sagt Horoba.

Einer von ihnen ist David. Der 27-Jährige studiert Jura. „Ich habe immer in der Gastronomie gearbeitet, als Barkeeper. Das ist im Moment schwer möglich“, sagt er. Die Zeit, die er bis zur mündlichen Prüfung des ersten Staatsexamens abwarten muss, wollte er eigentlich nutzen, um als Werkstudent zu arbeiten. Er brauche das Geld. So, wie viele andere, die jetzt ihre Semesterbeiträge oder gar die Miete nicht mehr zahlen könnten, sagt Luca Horoba.

AStA bietet zwei Hilfsmöglichkeiten

In so einem Fall können sich Betroffene an den AStA wenden. Den Studierenden, die durch den Verlust ihrer Nebenjobs in finanzielle Not geraten, könne man schnell und unkompliziert unterstützen, da die Verwaltung der Studierendenschaft in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet habe, sagt Horoba. „Wir haben durch die Studierendenbeiträge zwei Möglichkeiten zu helfen.“ Zum einen könne der AStA den Anteil des Semesterbeitrags, der auf die Studierendenschaft entfällt, erstatten. Im Sommersemester 2020 sind dies 200 Euro. „In besonderen Härtefällen können wir mit einem zinslosen Darlehen über bis zu 853 Euro unter die Arme greifen.“ Bei Studienbeginn könne der doppelte Betrag in Höhe von 1706 Euro zur Startfinanzierung in Anspruch genommen werden.

„Ich berate die Studierenden am Telefon und fülle dann mit ihnen gemeinsam das Antragsformular aus“, sagt Luca Horoba. Der AStA könne im Notfall auch schneller helfen als die Studierendenberatung oder Banken, sagt er. „Aber das sollte eigentlich nicht unsere Aufgabe sein“, sagt Horoba, „es krankt daran, dass die Studierendenwerke chronisch unterfinanziert sind.“

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