Behandlung auf der Intensivstation
Zwei Corona-Patienten aus Zwolle in Münster

Münster -

Im Franziskus-Hospital und im UKM werden seit dem Wochenende zwei Corona-Patienten aus dem niederländischen Zwolle behandelt.

Sonntag, 29.03.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 20:25 Uhr
Im Franziskus-Hospital wird seit Samstagabend eine Corona-Patientin aus Zwolle behandelt.
Im Franziskus-Hospital wird seit Samstagabend eine Corona-Patientin aus Zwolle behandelt. Foto: Oliver Werner

Am Sonntag hat das St.-Franziskus-Hospital den Krisenstab der Stadt darüber informiert, dass das Krankenhaus am Samstagabend eine Corona-Patientin aus einem Krankenhaus im niederländischen Zwolle übernommen hat. Der Hilferuf aus den benachbarten Niederlanden hatte das Team der Ärzte und Pflegenden am Hohenzollernring zur Mittagszeit erreicht, teilte die Stadt am Sonntag mit.

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: „Die Patientin wird jetzt im Franziskus intensivmedizinisch auf höchstem Leistungsstandard betreut. Die Kapazitäten hierfür waren in Zwolle leider erschöpft, sodass sich das St.-Franziskus-Hospital entschloss, den niederländischen Nachbarn in ihrer Notlage kurzfristig zu helfen. Das ist nicht nur ein starkes Signal zur Leistungsfähigkeit des gesamten Franziskus-Teams, sondern auch Ausdruck der Hilfsbereitschaft in franziskanischer Tradition.“ Zur Versorgung der Patientin am Franziskus steht neben der ärztlichen und pflegerischen Expertise auch das stiftungseigene „Kompetenzzentrum für Mikrobiologie und Hygiene“ zur Verfügung.

Auch Uniklinik beteiligt sich an grenzüberschreitender Hilfsaktion

Auch das Uniklinikum (UKM) hat nach Angaben des Krisenstabs auf die dort eingegangene Bitte um Hilfe aus Zwolle sofort reagiert und im Rahmen einer grenzüberschreitenden Hilfsaktion in der Nacht ebenfalls einen Patienten aus Zwolle übernommen. Aufgrund der geringen Entfernung zwischen Münster und der Hauptstadt der Provinz Overijssel konnten beide Patienten im Rettungswagen transportiert werden. „Das minimiert die Risiken für die Betroffenen im Vergleich zu einem Patiententransport per Flugzeug etwa aus Italien oder Spanien“, so Wolfgang Heuer.

„Münster für die erwarteten Patientenströme gut aufgestellt“

Die jetzige Hilfsaktion ist möglich, weil die Krankenhäuser in Münster sich aus Sicht des Krisenstabes ausgezeichnet auf die Versorgung von Corona-Patienten vorbereitet haben: „Auch dank der drastischen Änderung der ursprünglich geplanten OP-Programme in allen Krankenhäusern können St.-Franziskus-Hospital und UKM in der jetzigen Situation europäisch helfen.“ Alle hiesigen Krankenhäuser haben gemeinsam erhebliche Kapazitäten zur Versorgung intensivpflichtiger Patienten freigemacht. „So ist derzeit die Versorgungsstruktur in Münster für die erwarteten Patientenströme gut aufgestellt“, so Heuer.

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