Bischöfliche Schulen haben gute Infrastruktur
Mit Bistumsplattform im digitalen Klassenzimmer lernen

Münster -

Die Corona-Krise zwingt die Schulen zu einer spontanen Komplett-Digitalisierung. Die bischöflichen Schulen im Bistum Münster verfügen schon lange über eine geeignete Infrastruktur. Die nutzen auch Schüler und Lehrer am Gymnasium St. Mauritz.

Dienstag, 31.03.2020, 18:30 Uhr
Von den Ergebnissen der schulischen Experimente hat die ganze Familie etwas: Familie Gerwinn lässt sich die Butter schmecken, die Sohn Paul (vorne links) im Onlineunterricht im Fach Ernährungslehre hergestellt hat.
Von den Ergebnissen der schulischen Experimente hat die ganze Familie etwas: Familie Gerwinn lässt sich die Butter schmecken, die Sohn Paul (vorne links) im Onlineunterricht im Fach Ernährungslehre hergestellt hat. Foto: pd

Die Konsistenz kann Judith Hölscher auf Grundlage des Fotos nicht endgültig beurteilen, Form und Farbe der Butter aber sagen der Lehrerin für Ernährungslehre am Gymnasium St. Mauritz in Münster zu. Obwohl die Türen des Bischöflichen Gymnasiums seit mehr als zwei Wochen verschlossen sind – der Unterricht geht weiter.

Judith Hölscher, die außerdem noch Englisch und Biologie unterrichtet, lässt ihre Schülerinnen und Schüler dabei gerne experimentieren. Was liegt näher, als beim Thema „Fette“ ihre Sechstklässler aufzufordern, selbst Butter herzustellen? „Das passt sogar gerade ganz gut, denn die Schulküche wird renoviert“, fügt sie lachend hinzu.

32 bischöfliche Schulen

Glücklicherweise klappt nicht nur der praktische Teil des Unterrichts so reibungslos. Bekannten Stoff wiederholen, Aufgaben stellen, Lösungswege überprüfen – wie alle 32 bischöflichen Schulen arbeitet das Gymnasium St. Mauritz mit der Bistumsplattform „schulbistum“.

In dem System hat jede Klasse ihren digitalen „Raum“, kommuniziert wird per Mail, Messenger oder Chat. Auch eine Konferenzfunktion ist seit kurzem verfügbar. Außerdem können Lehrende und Lernende Dateien bearbeiten und ablegen. Daneben besteht die Möglichkeit, Schultermine zu koordinieren sowie Geräte und Räume zu verwalten.

Audiodateien und Lernvideos

Die Kolleginnen und Kollegen, die sich bisher mit der Bedienung des Programms schwer taten, wurden unmittelbar nach der Schließung des Schulbetriebs von Gregor Bernhart, dem stellvertretenden Schulleiter, und einem kleinen Kollegenteam geschult. Der Lehrer für Biologie und Sozialwissenschaften hat „schulbistum“ vor acht Jahren mitentwickelt. „Wir nutzen das System schon lange“, sagt Bernhart.

Judith Hölscher hat ihren Unterricht seit der Schulschließung als Wochenaufgabe bei „schulbistum“ angelegt. Ihr eigenes Material ergänzt sie um Audiodateien oder Lernvideos. Die Lösungen der Aufgaben laden ihre Schüler wieder hoch, Judith Hölscher überprüft die Ergebnisse. „Ich kann über die Plattform verfolgen, wer wann welche Aufgaben runterlädt, um sie zu bearbeiten“, erklärt sie. Passiere das lange nicht, hake sie über den Chat nach. „Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, den Kontakt zu den Schülern zu halten“, sagt die Lehrerin. Durch die „Spontandigitalisierung im Bildungsbereich“ gebe es mehr Nutzer, mehr Mails – der Internetprovider muss aufrüsten.. „Aber auch das wird täglich besser“, freut sich Judith Henke-Imgrund.

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